Politik

Analyse von Peter Kloeppel Bei den US-Demokraten geht's jetzt los

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Sie treten heute Abend an: Senator Cory Booker, Senatorin Elizabeth Warren, Senatorin Amy Klobuchar, der ehemalige Abgeordnete Beto O'Rourke, New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio (obere Reihe, v.l.), der ehemalige Abgeordnete John Delaney, die Abgeordneten Tim Ryan und Tulsi Gabbard, der frühere Wohnungsbauminister Julian Castro sowie der Gouverneur des Staates Washington, Jay Inslee (untere Reihe, v.l.).

(Foto: REUTERS)

Heute und morgen Nacht treten in Miami 20 Männer und Frauen an, um einem Millionenpublikum zu zeigen, warum gerade sie die richtigen Kandidaten sind, um US-Präsident Donald Trump bei der Wahl im November 2020 zu schlagen. Peter Kloeppel erklärt, worum es geht.

Wer sind die Kandidaten?

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Sie treten morgen Abend an: Joe Biden (ehemaliger Vizepräsident), Senator Bernie Sanders, Senatorin Kamala Harris, Senatorin Kirsten Gillibrand, Senator Michael Bennet (obere Reihe, v.l.), der Unternehmer Andrew Yang, der Abgeordnete Eric Swalwell, die Autorin Marianne Williamson, der frühere Gouverneur von Colorado John Hickenlooper, Bürgermeister Pete Buttigieg (untere Reihe, v.l.).

(Foto: REUTERS)

Insgesamt haben 24 Amerikaner öffentlich erklärt, dass sie als Vertreter der Demokratischen Partei Donald Trump herausfordern wollen. Aber nur 20 von ihnen - vierzehn Männer und sechs Frauen - wurden zu den beiden Debatten zugelassen. Jeweils zehn stehen an den beiden Abenden auf der Bühne. Die restlichen vier hatten bei Wahl-Umfragen im Vorfeld nicht genug Stimmen oder zu wenig finanzielle Unterstützung bekommen. Im Bewerberfeld finden sich altgediente Politiker wie der ehemalige Vizepräsident Joe Biden (76) oder Bernie Sanders (77), Senator aus Vermont und bei der letzten Wahl der schärfste innerparteiliche Gegenkandidat von Hillary Clinton. Aber auch als Politiker bisher nicht aufgefallene Namen sind dabei: zum Beispiel der Unternehmer Andrew Yang oder Marianne Williamson, eine Autorin von Lebenshilfebüchern. Jüngster Kandidat ist mit 37 Jahren Pete Buttigieg - die Aussprache seines Namens (Bju-ti-dschidsch) fällt auch vielen Amerikanern nicht leicht. Der Name ist maltesischen Ursprung; sein Vater stammt aus dem EU-Land Malta. Buttigieg ist seit 2012 Bürgermeister der Stadt South Bend im Bundesstaat Indiana.

Wo finden die Debatten statt?

Im architektonisch extravaganten Adrienne Arsht Center nahe der Innenstadt von Miami. Normalerweise werden dort Konzerte und Opern aufgeführt. Benannt wurde das Gebäude nach der Unternehmerin und Kunstförderin Adrienne Arsht (77), die zum Bau des Zentrums vor gut zehn Jahren 30 Millionen Dollar beisteuerte. Und im Gegenzug die Namensrechte bekam. Moderiert werden die Debatten von Journalisten des US-Fernsehsenders NBC - sie stellen Fragen und Nachfragen, achten auf die Zeit und sorgen dafür, dass möglichst viele Themenbereiche angesprochen werden.

Worum wird es vor allem gehen?

Da die beiden Debatten (Beginn: 21 Uhr Ortszeit, 3 Uhr morgens MESZ) nur jeweils zwei Stunden dauern, bleiben jedem Kandidaten maximal zehn Minuten, um für sich Wahlwerbung zu machen. Insofern ist mit plakativen Aussagen zu rechnen und massiven Versuchen, aus der Menge herauszustechen. Die Demokraten in den USA sehen sich als Bewahrer und Förderer eines Sozialstaates, vergleichbar mit Deutschland - deshalb werden die Kandidaten klarmachen wollen, inwieweit vor allem die Mittelschicht in den USA von ihrer Politik profitieren würde. Zu rechnen ist aber auch mit Spitzen gegen die Mitbewerber sowie mit Angriffen auf den Elefanten im Raum, Donald Trump. Schlussendlich ist er der Mann, mit dem sie bei der Wahl im Herbst kommenden Jahres in den Ring steigen müssen. Zu seiner Politik von Nationalismus, Protektionismus und Abschottung müssen sie eine Alternative aufzeigen.

Auf wen muss man besonders achten?

Die beiden Zehnergruppen wurden per Losentscheid zusammengestellt. Die zehn Kandidaten am ersten Abend gelten größtenteils als Underdogs. Deshalb haben dort vor allem Senatorin Elizabeth Warren aus Massachusetts und der bei jungen Wählern beliebte Texaner Beto O'Rourke die besten Chancen, ihre Popularität auszubauen. Am zweiten Abend treffen dann nicht nur die beiden in Umfragen führenden Alpha-Politiker Joe Biden und Bernie Sanders aufeinander - mit ihnen auf der Bühne steht auch die hoch engagierte kalifornische Senatorin Kamala Harris und der jungdynamische Pete Buttigieg. Das dürfte ein spannender Generationenkonflikt werden.

Und wie geht es dann weiter?

Die beiden Veranstaltungen in Miami sind nur der Auftakt, in diesem Sommer finden noch mehrere solcher TV-Debatten bei den Demokraten statt. Mit der Zeit wird sich das Feld der Bewerber lichten, denn Wahlkampf in den USA ist teuer und großzügige Spender findet nur, wer in den Umfragen vorne liegt. Deshalb werden bei den ab Februar 2020 stattfindenden Vorwahlen der Demokraten wahrscheinlich maximal ein Dutzend Namen auf den Stimmzetteln stehen. Je nach Verlauf der Vorwahlen wird irgendwann im Frühsommer 2020 feststehen, wer Donald Trump herausfordert. Mitte Juli wird der Wahlsieger dann offiziell auf einem Nominierungsparteitag in Milwaukee gekürt. Die Präsidentschaftswahl findet wie immer am Dienstag nach dem ersten November-Wochenende statt, also am 3.11.2020.

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Quelle: n-tv.de

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