Politik

Zypern kriegt keine Verschnaufpause Berlin und Paris fordern Tempo

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Anastasiades soll das Präsidentenamt am Freitag übernehmen. Der Druck auf ihn ist schon jetzt gewaltig.

(Foto: REUTERS)

Kaum ist der neue Präsident Zyperns gewählt, ertönen aus Deutschland und Frankreich Forderungen. Sparen, reformieren, weiter verhandeln – bis Ende März soll sich die Regierung des Staates mit den internationalen Geldgebern beim Thema Hilfspaket einigen.

Deutschland und Frankreich erhöhen nach der Präsidentenwahl in Zypern den Druck auf das kriselnde Euro-Land. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und sein französischer Kollege Pierre Moscovici haben die künftige Regierung von Zypern aufgerufen, die Verhandlungen über ein finanzielles Hilfsprogramm für das Land "schnell" fortzusetzen. In einer gemeinsamen Erklärung hoben sie hervor, die Diskussionen darüber "sollten in Kürze wieder aufgenommen und eine Einigung vor Ende März angestrebt werden".

Die Präsidentschaftswahlen auf Zypern hatte am Sonntag der konservative Sparkurs-Befürworter Nikos Anastasiades gewonnen. Schäuble und Moscovici verwiesen nun darauf, dass ein Hilfsprogramm für das finanziell schwer angeschlagene Zypern "signifikante finanzielle, fiskalische und strukturelle Anpassungen" umfassen sollte. So sollten unter anderem die Maßnahmen gegen Geldwäsche und für Steuertransparenz überwacht werden. Die beiden Minister zeigten sich "zuversichtlich", dass die neue Regierung auf Zypern "das Reformtempo hin zu nachhaltigem Wachstum und fiskalischer als auch finanzieller Stabilität" deutlich beschleunigen werde.

Zypern hatte im Juni eine Anfrage zu Hilfen aus dem Eurorettungsfonds gestellt und benötigt nach eigenen Angaben rund 17 Milliarden Euro, vor allem für seine angeschlagenen Banken. Erhält der Staat keine Hilfe, droht ihm womöglich schon Ende März die Pleite. Die Euro-Finanzminister hatten entschieden, über den Antrag erst nach der Wahl eines neuen Staatschefs zu entscheiden.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP

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