Politik

"Dilma raus!" Brasilianer haben Skandale satt

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Rousseffs Partei soll Schmiergelder von Petrobas entgegengenommen haben.

(Foto: AP)

Die Proteste gegen Brasiliens Staatschefin Rousseff nehmen eine Dimension an, die kaum zu ignorieren ist. Landesweit gehen rund 1,5 Millionen Menschen auf die Straße - und fordern Aufklärung der Korruptionsvorwürfe und den Abgang Rousseffs.

In Brasilien haben landesweit rund 1,5 Millionen Menschen gegen Präsidentin Dilma Rousseff demonstriert. Allein in der Metropole São Paulo, einer Hochburg der Opposition, gingen laut einer Schätzung der Polizei eine Million Menschen gegen Rousseff auf die Straße. Sie forderten die Absetzung der Staatschefin, die im vergangenen Jahr mit knapper Mehrheit für eine zweite Amtszeit gewählt worden war.

Die Erwartungen der Organisatoren, die in der größten Stadt Brasiliens mit etwa 200.000 Menschen gerechnet hatten, wurden bei weitem übertroffen. Viele Demonstranten kamen in gelb-grünen Nationaltrikots und hatten Nationalflaggen, Trillerpfeifen und Plakate dabei. Auf Schildern war zu lesen: "Dilma raus!", "Korruption - wie lange noch?", "Amtsenthebung für Rousseff!". Die Oppositionspartei PSDB stützte die Proteste, aber nicht die Forderung nach einem "Impeachment" (Amtsenthebungsverfahren).

Auch aus Salvador, Recife, Ribeirão Preto, und Manaus wurden Demos gemeldet. Selbst in New York, London und Syndney versammelten sich Hunderte Brasilianer, um zu protestieren.

Angst vor Gewalt wie 2013

Viele Demonstranten kritisierten den massiven Korruptionsskandal beim staatlich kontrollierten Ölkonzern Petrobras. Aus der Petrobras-Kasse sollen auch Schmiergelder an Politiker und Parteien, darunter an Rousseffs Arbeiterpartei PT, geflossen sein. Auf obersten Gerichtsbeschluss wird gegen Dutzende Abgeordnete und Senatoren sowie Ex-Minister aus der PT-Regierungszeit ermittelt.

An Rios Copacabana kam es am Rande der Proteste zu kleinen Rangeleien. Regierungsgegner vertrieben Anhänger der Präsidentin aus dem Demonstrationszug. Erst am Freitag waren Tausende Gewerkschafter und Unterstützer der Regierung in mehreren Bundesstaaten auf die Straße gegangen, um Rousseff und dem Petrobras-Konzern den Rücken zu stärken.

Die Regierung hatte die Proteste als legitim bezeichnet, aber vor Ausschreitungen gewarnt. Bei den Protesten 2013 war es zu nächtelangen Straßenschlachten zwischen Randalierern und der Polizei gekommen. Damals waren zwischenzeitlich landesweit eine Million Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Korruption, die hohen Kosten für die Fußball-WM 2014 sowie Missstände im Bildungs-, Gesundheits- und Transportwesen zu protestieren.

Quelle: n-tv.de

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