Politik

40 Prozent weniger ausgeben Briten auf radikalem Sparkurs

Im Kampf gegen die hohe Staatsverschuldung erwägt die britische Regierung einen noch härteren Sparkurs. Das Finanzministerium teilte mit, mehrere Ministerien seien angewiesen worden zu prüfen, inwieweit sie ihre Ausgaben um bis zu 40 Prozent senken könnten und welche Auswirkungen Einsparungen in diesem Umfang hätten. Der erst vor kurzem angekündigte Nothaushalt sieht bislang Kürzungen in den meisten Bereichen von etwa 25 Prozent vor.

Ausgenommen von der nun angepeilten zweiten Sparrunde seien die Ressorts Bildung, Gesundheit und Verteidigung, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums. Die meisten anderen Ressorts, darunter die Ministerien für Inneres, Verkehr sowie Arbeit und Renten, müssten aber weitere Kürzungen durchspielen und ihre Ergebnisse bis Ende des Monats in einem Bericht zusammenfassen.

Sparklausur in London

Diese würden dann die Grundlage für weitere Verhandlungen zwischen Finanzminister George Osborne und den jeweiligen Ressortkollegen bilden. "Wir sind entschlossen die Rekordverschuldung zu bekämpfen, um die Gebühren länger niedrig zu halten, Arbeitsplätze zu sichern und die Qualität von wichtigen öffentlichen Dienstleistungen zu garantieren", sagte der Sprecher.

Gewerkschaften kritisierten die Ankündigung scharf und sprachen von einer Schock-Politik der neuen Regierung. Durch Kürzungen von bis zu 40 Prozent gingen schätzungsweise eine Million Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst verloren, sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Mark Serwotka. "Wir machen uns große Sorgen."

 

Nothaushalt in der Not

Mit seinem Nothaushalt hatte Finanzminister Osborne im Juni die härtesten Einschnitte in der britischen Geschichte seit Jahrzehnten angekündigt. Das Paket sieht zahlreiche Steuererhöhungen und erhebliche Kürzungen im Sozialbereich vor. Durch die Maßnahmen soll das Haushaltsdefizit von derzeit rund elf Prozent der Wirtschaftsleistung verringert werden. Die Gewerkschaften haben bereits mit Protesten gegen den Sparkurs der Regierung gedroht.

Quelle: ntv.de