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Prüfen, ob Provisorium reicht Bund rückt von BER-Regierungsterminal ab

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So soll das BER-Regierungsterminal laut Entwurf der Architekten aussehen. Vielleicht kommt es gar nicht mehr zum Bau.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Bisher besteht die Bundesregierung darauf, dass sie am neuen Hauptstadtflughafen BER ein eigenes Empfangsgebäude für Staatsgäste braucht. Dabei gibt es bereits am Flughafen Schönefeld ein solches Terminal: Das Gebäude hat 70 Millionen Euro gekostet und wäre eigentlich bezugsfertig.

Der Bund lässt prüfen, ob am künftigen Hauptstadtflughafen BER wirklich ein eigenes Regierungsterminal gebaut werden soll. Eine in Auftrag gegebene Studie soll untersuchen, ob das ebenfalls gerade erst fertiggestellte Interimsterminal am Flughafen Schönefeld für den Bedarf ausreichend ist, sagte Vizeregierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin. Wenn die Studie fertig sei, werde es nach einer regierungsinternen Abstimmung dazu eine Entscheidung geben. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen bis Ende des Jahres vorliegen.

Nach Informationen der "Berliner Morgenpost" soll die Flughafengesellschaft in zwei Machbarkeitsstudien die jüngsten Überlegungen untersuchen. Eine erste Studie soll klären, wo sich Bereiche des Verteidigungsministeriums unterbringen lassen. Weil die Flugbereitschaft nach einer Pannenserie mit Regierungsfliegern neue Maschinen bestellt hat, beansprucht sie mehr Platz für Hangars und Abstellflächen. Die zweite Untersuchung solle klären, ob das 70 Millionen Euro teure Interims-Terminal langfristig für Regierungsmitglieder und Staatsgäste taugt.

Auch über eine frühere Inbetriebnahme des Interims-Terminals, das derzeit zwar fertig ist, aber noch nicht genutzt wird, denke der Bund nach. Zuvor hatte es stets geheißen, die Flugbereitschaft solle erst zur Eröffnung des BER vom Standort Tegel-Nord am bisherigen Hauptstadtflughafen nach Schönefeld wechseln.

Pläne: Interimsterminal früher in Betrieb nehmen

Aber im zweiten Halbjahr 2020 übernimmt Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft. Um die dann erwarteten Gipfel-Staatsgäste nicht in mögliche Wirren eines für Herbst 2020 erwarteten Flughafenumzugs zu schicken, könne das Interims-Terminal bereits früher seinen Betrieb aufnehmen, heißt es in dem Bericht. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hatten demnach Anfang des Jahres Bundesfinanzminister Olaf Scholz in einem Brief aufgefordert, auf den Neubau eines Regierungsterminals am BER zu verzichten. Sie forderten stattdessen, dass der Bund das Interims-Terminal dauerhaft nutzt - aus Kostengründen und um den BER-Start nicht zu gefährden.

Das Bundesfinanzministerium habe die Umplanungen aber bislang abgelehnt: "Um den international üblichen protokollarischen Anforderungen gerecht zu werden, ist für das Empfangsgebäude als Visitenkarte der Bundesrepublik Deutschland eine angemessene repräsentative Gestaltung vorgesehen", hieß es demnach damals aus dem Finanzministerium.

Quelle: n-tv.de, mau/AFP

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