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Unvereinbarkeit mit dem Grundgesetz Bundesrat will Pelztierhaltung abschaffen

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Der Gesetzesentwurf zur Abschaffung der Pelztierhaltung muss jetzt noch im Bundestag beraten werden.

(Foto: imago stock&people)

Millionen von Tieren müssen weltweit jedes Jahr für die Pelzindustrie sterben. Die Politik sieht im Züchten von Tieren eine Unvereinbarkeit mit dem Grundgesetz. Derzeit sind in Deutschland noch acht Farmen in Betrieb. Ihre Tage könnten gezählt sein.

Der Bundesrat will Pelztierhaltung in Deutschland langfristig verbieten. Die Länderkammer in Berlin beschloss einen entsprechenden Gesetzesentwurf. Der Antrag geht auf eine Initiative des Landes Schleswig-Holstein zurück, Landesumweltminister Robert Habeck von den Grünen forderte eine Änderung des Tierschutzgesetzes. Das Züchten und Töten von Tieren wie Füchsen, Nerzen oder Chinchillas für die Pelzgewinnung sei nicht für die Sicherung elementarer Grundbedürfnisse des Menschen nötig und daher auch nicht mit dem Grundgesetz vereinbar.

"Wir wollen, dass kein Tier mehr in Nerzfarmen getötet werden darf", sagte Habeck dem Online-Portal heute.de. "Es wird Zeit, dem Elend ein Ende zu setzen."

Ein mögliches Verbot von Pelzfarmen wird darauf gestützt, dass das Töten von Tieren zur reinen Fellgewinnung keinen vernünftigen Grund gemäß Paragraph 1 des Tierschutzgesetzes darstellt. Allerdings sollen die verbliebenen Nerzfarmen in Deutschland eine Übergangsfrist von zehn Jahren bekommen. Laut Angaben des Deutschen Tierschutzbunds gibt es noch acht Nerzfarmen hierzulande.

Gesetzesentwurf erntet positive Resonanz

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) begrüßte die Entscheidung des Bundesrats. "Ich freue mich über die Unterstützung der Bundesländer, die Haltung und das Töten von Pelztieren, die zur Pelzgewinnung genutzt werden, zu verbieten", erklärte er. Was am Ende aber der beste Weg sei, das Verbot rechtlich umzusetzen, müsse noch geprüft werden.

Auch die Grünen äußerten sich positiv: Nicole Maisch, Sprecherin der Grünen für Tierschutzpolitik, forderte Schmidt zudem auf, "zügig für weniger Tierleid" zu sorgen und das Tierschutzgesetz zu ändern.

Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, forderte den Bundestag auf, "nun ebenso schnell zu handeln, damit nicht weitere hunderttausende Pelztiere ihr Leben für den Luxuswahn mancher Menschen lassen müssen". Nach dem Beschluss im Bundesrat muss der Gesetzentwurf noch im Bundestag beraten und verabschiedet werden.

Freiwilliger Verzicht vieler Unternehmen

Viele Textilunternehmen haben sich bereits freiwillig verpflichtet, auf Echtpelz zu verzichten - zum Beispiel Hugo Boss, H&M, Zara oder S.Oliver. Pelztiere werden oft in engen Käfigen gehalten und jeder Möglichkeit beraubt, artgerecht zu leben. Der Tierschutzbund beklagt, dass auf Pelztierfarmen "nicht einmal die Minimalansprüche" erfüllt werden, die Pelztiere an ihre Umgebung stellen.

Weltweit werden nach Angaben der Tierschützer Millionen Tiere jedes Jahr für den Handel mit Pelzen getötet, um ihre Felle zu Mänteln, Jacken oder Mützen zu verarbeiten. Für einen Pelzmantel sterben demnach 30 bis 50 Waschbären oder 14 Luchse, 40 bis 60 Nerze, zwölf Wölfe, 110 Eichhörnchen oder 130 bis 200 Chinchillas. Zahlreiche Länder, wie Großbritannien, Österreich, Slowenien oder Kroatien, haben die Pelztierhaltung bereits verboten.

Quelle: n-tv.de, lda/AFP

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