Politik

Gewalttätiger Protest in Afghanistan Bundeswehr beschoss Angreifer

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Eine gewaltbereite Menge war am Mittwoch vor den Bundeswehrstützpunkt gezogen.

(Foto: AP)

Deutsche Soldaten haben bei den Protesten in Afghanistan gezielt auf Angreifer geschossen. "In einem einzigen Fall ist nach derzeitiger Erkenntnis ein Treffer im Hals-Kopfbereich nicht auszuschließen", teilt die Bundeswehrführung mit. Bei den Ausschreitungen kamen vier Menschen ums Leben, drei Soldaten wurden verletzt.

Bei den gewalttätigen Protesten am Mittwoch im nordafghanischen Talokan haben Bundeswehrsoldaten gezielt auf Demonstranten geschossen. Wie das Einsatzführungskommando der Bundeswehr unter Berufung auf vorläufige Untersuchungsergebnisse mitteilte, seien zur Selbstverteidigung zunächst Warnschüsse abgegeben worden, später auch "gezielte Schüsse auf weiterhin gewalttätige Demonstranten".

Dabei hätten die Soldaten zunächst auf die Beine gezielt, in drei bis vier Fällen aber auch auf den Körper oder die Arme. "In einem einzigen Fall ist nach derzeitiger Erkenntnis ein Treffer im Hals-Kopfbereich nicht auszuschließen", hieß es weiter. Vier der Angreifer waren getötet worden.

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Die Bundeswehr unterhält einen kleinen Außenposten in Talokan.

(Foto: dpa)

Bei den Protesten war am Mittwoch auch ein Bundeswehrlager von teilweise gewalttätigen Demonstranten attackiert worden. Das Einsatzführungskommando hob hervor, die deutschen Soldaten hätten nach den Ergebnissen erster Befragungen alle vorgeschriebenen Regeln eingehalten. Weitere Proteste am Donnerstag richteten sich laut Bundeswehr ausschließlich gegen afghanische Regierungseinrichtungen.

Handgranaten und Molotowcocktails

Bei den Zusammenstößen am Mittwoch waren ein deutscher Soldat mittelschwer und zwei weitere leicht verletzt worden. Auch fünf afghanische Wachmänner erlitten Verletzungen durch Steine, Handgranaten und Molotowcocktails. Von afghanischer Seite wurde nach Bundeswehrangaben die Einschätzung geäußert, dass die Unruhen von langer Hand geplant worden seien.

Etwa 100 Menschen waren nach Angaben der Bundeswehr vor den Stützpunkt gezogen. Anlass war ein ISAF-Einsatz in der Nacht zum Dienstag gewesen, bei dem mehrere Afghanen getötet worden waren. Weitere Untersuchungen der Vorfälle sowohl durch die internationale ISAF-Truppe als auch durch afghanische Behörden dauern an.

Quelle: ntv.de, tis/AFP