Politik

Hilfe im Anti-Terror-Kampf Bundeswehr unterstützt in Mali mit Drohnen

imago79485070h.jpg

Bundeswehrsoldaten in Mali.

(Foto: imago/Markus Heine)

Die Bundeswehr beteiligt sich in Mali an dem UN-Einsatz Minsuma sowie an der EU-Ausbildungsmission EUTM. Nun wird bestätigt, dass die deutschen Soldaten mit ihrer Technik auch französischen Einheiten im Anti-Terror-Kampf helfen.

Die Bundesregierung hat einem Zeitungsbericht zufolge eine enge Kooperation zwischen der Bundeswehr und französischen Anti-Terror-Einheiten im westafrikanischen Krisenstaat Mali bestätigt. Generalinspekteur Eberhard Zorn habe dem Verteidigungsausschuss des Bundestages mitgeteilt, dass die Bundeswehr mit Drohnen und Hubschraubern unterschiedliche Unterstützungsleistungen für französische Truppen bereitstellte, berichtete die "Welt. Das Blatt beruft sich auf Angaben von Teilnehmern der Sitzung.

Die "Welt am Sonntag" hatte unlängst berichtet, dass im Dezember 2017 eine Heron-Drohne einen französischen Militäreinsatz in der Nähe von Gao begleitet habe. Die fraglichen Drohnen sind unbewaffnet und dienen üblicherweise zur Aufklärung. Im Januar 2018 fand demnach außerdem ein Transportflug zur Unterstützung französischer Kräfte mit einem deutschen Hubschrauber vom Typ NH90 statt. Mit solchen Maschinen fliegt die Bundeswehr auch sogenannte Medevac-Einsätze zu Rettung Verwundeter aus der Kampfzone.

Zorn teilte den Parlamentariern laut "Welt" nun mit, dass der Drohnen-Einsatz aufgrund einer akuten Bedrohung für ein deutsches Lager ausgeführt wurde. Die Bilder der Drohne seien nicht direkt an französische Einheiten, sondern an das UN-Hauptquartier in der malischen Hauptstadt Bamako übermittelt worden.

Zusammenarbeit "unterhalb der Mandatsschwelle"

Auch den Transportflug mit dem Hubschrauber NH90 im Januar bestätigte der Generalinspekteur laut dem Blatt. Damals sei Munition des französischen Militärs von Kidal nach Gao transportiert worden. Solche Unterstützungsflüge seien üblich: Zwischen März 2016 und Juni 2018 habe es 20 Flüge gegeben, bei denen Personen oder Material für Frankreich innerhalb Malis transportiert worden sei.

Zudem gab es nach Angaben des Generalinspekteurs in den vergangenen Jahren 713 Transportflüge der Bundeswehr als Unterstützung für das französische Militär in Westafrika über die malischen Grenzen hinaus. Eine derartige Zusammenarbeit mit den französischen Anti-Terror-Einheiten finde jedoch "unterhalb der Mandatsschwelle" statt, teilte das Verteidigungsministerium den Abgeordneten demnach mit.

2012 hatten mehrere überwiegend islamistische Gruppierungen die Kontrolle über den Norden Malis übernommen. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff 2013 militärisch ein. Frankreich unterstützt außerdem die G5-Sahel-Truppe - die gemeinsame Militäreinheit der Sahel-Staaten im Kampf gegen bewaffnete Dschihadisten. Dazu kommt der UN-Einsatz Minusma in Mali mit rund 12.000 Soldaten.

Die Bundeswehr ist in Mali sowohl an der UN-Mission Minsuma als auch an der EU-Ausbildungsmission EUTM beteiligt. Außerdem beteiligt sich Deutschland am Aufbau der G5-Sahel-Truppe.

Quelle: n-tv.de, wne/AFP

Mehr zum Thema