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Zum "Putsch" aufgerufen Bundeswehr zeigt Offizier an

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Einem Offizier wird der Aufruf zum Putsch vorgeworfen.

(Foto: picture alliance / Oliver Berg/d)

Verteidigungsministerin von der Leyen schlägt wegen ihrer Kritik an der Bundeswehr Widerspruch aus der Truppe entgegen. Ein Oberstleutnant treibt es offenbar zu weit - gegen ihn stellt die Bundeswehr einem Bericht zufolge nun Strafanzeige.

Einem Oberstleutnant des "Zentrum für Geoinformationen" in Euskirchen drohen für seine Aussagen über Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ernsthafte Konsequenzen. Dem Fall war bereits der Militärgeheimdienst der Bundeswehr (MAD) nachgegangen. Jetzt soll die Bundeswehr Strafanzeige gegen den Soldaten gestellt haben, wie der "Spiegel" berichtet.

Dem Offizier wird vorgeworfen, zum "Putsch" gegen die Ministerin aufgerufen zu haben. Am 12. Mai habe er demnach bei einem Lehrgang auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken (Röhn) gesagt: "Ich habe es so satt, dass 185.000 Soldaten unter Generalverdacht gestellt werden - wegen zwei Verrückten. Die Ministerin ist bei mir unten durch, das muss man ansprechen oder putschen." Mit den beiden "Verrückten" meint er unter anderen den rechtsradikalen Bundeswehr-Offizier Franco A., der einen Anschlag geplant haben soll.

Dem Oberstleutnant drohen für die Aussage nun die Entlassung oder Haft. Der Beschuldigte habe sich schriftlich zu der Lästerei geäußert und eingeräumt, die Ministerin kritisiert zu haben, weil sie der gesamten Bundeswehr ein "Haltungsproblem" vorgeworfen hatte. Damit sprach die Ministerin die rechtsradikalen Tendenzen mancher Soldaten an.

Er rechtfertigte seine Formulierung "putschen" allerdings als eine "satirische Übertreibung", die auch klar als solche erkennbar gewesen sei. Nach dieser Bemerkung hätte der "ganze Saal gelacht", so der Beschuldigte. Nun muss ein Staatsanwalt entscheiden, ob es zur Anklage kommt.

Quelle: n-tv.de, vck

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