Politik

"Supergau" CDU-Mann falscher Doktor

Die CDU im rheinland-pfälzischen Landau ist von ihrem Oberbürgermeisterkandidaten gleich doppelt hinters Licht geführt worden. Der 35 Jahre alte Kai Schürholt räumte in einer Erklärung ein, sich zu Unrecht mit einem Doktortitel geschmückt zu haben. Außerdem habe er die schwere Krankheit nur vorgetäuscht, mit der er Anfang der Woche seinen Ausstieg aus dem Wahlkampf begründet hatte. Der CDU-Kreisvorsitzende Ralf Göbel sprach von einem "Supergau" und bot seinen Rücktritt an. Die Staatsanwaltschaft Landau ermittelt gegen Schürholt wegen des Verdachts des Missbrauchs von Titeln.

Schürholt, der sich als promovierter Theologe ausgab, hatte seine Ambitionen auf den OB-Posten Anfang der Woche für erledigt erklärt und dies mit einem Gehirntumor begründet. Eine "Lüge", wie er nun zugab. Damit habe er seine mit der Täuschung verbundenen psychischen Probleme kaschieren wollen. Er habe sein Promotionsverfahren bislang nicht abgeschlossen. Kreischef Göbel beantragte in einem Schreiben an die Bundesgeschäftsstelle der CDU den Ausschluss Schürholts aus der Partei. Dieser habe der CDU "mit seinem verwerflichen Verhalten" großen Schaden zugefügt.

Göbel hatte den in Landau weitgehend unbekannten Schürholt, der bis vor kurzem als Pressesprecher beim Deutschen Brauer-Bund in Berlin arbeitete, als Kandidaten vorgeschlagen.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema