Politik

Millionär weiß zu überzeugen CDU-Mittelstand will Merz unterstützen

ef677725da0f8c62fc78c6f2c25739e9.jpg

Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Jens Spahn bei der MIT-Sitzung.

(Foto: dpa)

Ein Millionär als möglicher Kanzlerkandidat - das passt für viele in der Gesellschaft nicht zusammen. CDU-Politiker Merz kann dafür bei der parteiinternen Mittelstandsvereinigung punkten und darf auf gewichtige Unterstützung im Rennen um den Parteivorsitz zählen.

Der CDU-Politiker Friedrich Merz kann bei seiner Kandidatur für den Parteivorsitz auf den Rückhalt der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU (MIT) bauen. "Mit großer Mehrheit unterstützt der MIT-Bundesvorstand Friedrich Merz als neuen Vorsitzenden der CDU Deutschlands", hieß es in einer veröffentlichten Erklärung der MIT. Merz hatte sich zuvor mit den Mitbewerbern Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn einer Vorstellungsrunde gestellt.

Den Angaben zufolge stellten sich die drei Bewerber um die Nachfolge von CDU-Chefin Angela Merkel in nichtöffentlicher Sitzung jeweils rund 10 Minuten vor. Es folgte eine anderthalbstündige Diskussion mit den rund 70 Mitgliedern und kooptierten Gästen im MIT-Bundesvorstand. "Dabei standen vor allem wirtschaftspolitische Themen, aber auch Fragen rund um die Einwanderungs- und Integrationspolitik im Mittelpunkt", teilte die MIT mit. Ferner sei über die Rolle der CDU gegenüber der Regierung und die Bedeutung der Parteivereinigungen, insbesondere der MIT, diskutiert worden.

"Mit großer Freude hat der MIT-Bundesvorstand zur Kenntnis genommen, dass alle drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz wichtige MIT-Forderungen unterstützen", erklärte die MIT weiter. Alle drei Kandidaten hätten überzeugt. In der anschließenden internen Debatte habe der Bundesvorstand ein Stimmungsbild eingeholt - und sich für Merz ausgesprochen.

Zuletzt hatte Merz auf die Frage, ob er Millionär sei, geantwortet, er liege jedenfalls nicht darunter und würde sich zur "gehobenen Mittelschicht zählen". Für diese Aussage hatte der frühere Unions-Fraktionschef, der unter anderem den Aufsichtsrat der Deutschland-Tochter des US-Investmentriesen Blackrock führt, viel Kritik einstecken müssen.

Merz: Mittelschicht von Werten geprägt

Der "Bild"-Zeitung sagte er daraufhin, für ihn sei die gesellschaftliche Mitte keine rein ökonomische Größe. "Ich habe von meinen Eltern die Werte mitbekommen, die die Mittelschicht prägen: darunter Fleiß, Disziplin, Anstand, Respekt und das Wissen, dass man der Gesellschaft etwas zurückgibt, wenn man es sich leisten kann." Wenn er die Begriffe Oberklasse oder Oberschicht höre, denke er an Menschen, die viel Geld oder eine Firma geerbt hätten und damit ihr Leben genössen. "Das ist bei mir nicht der Fall", betonte Merz.

Merz konkurriert mit CDU-Generalsekretärin Kramp-Karrenbauer, Gesundheitsminister Spahn und einer Reihe weithin unbekannter Kandidaten um den Parteivorsitz in der CDU. Entschieden wird auf dem Parteitag am 7. Dezember in Hamburg.

Quelle: n-tv.de, mba/DJ/dpa

Mehr zum Thema