Politik

Landtagswahlen CDU fürchtet Verluste

Die Landtagswahlen im Saarland, in Sachsen und in Thüringen sind der letzte große Stimmungstest vor der Bundestagswahl. Die CDU muss in zwei Ländern mit dem Verlust ihrer absoluten Mehrheit rechnen - zudem könnten rot-rot-grüne Koalitionen die Ministerpräsidenten aus dem Amt jagen.

DEU_TH_Wahl_FRA101.jpg4656972984671320434.jpgDrei Länder, drei Wahlen, drei Weichenstellungen: Mit großer Spannung blicken die Berliner Bundesparteien auf die Landtagswahlen im Saarland, Sachsen und Thüringen an diesem Sonntag. Während die SPD den Umfragen zufolge in allen drei Ländern auf Stimmengewinne und damit leichten Rückenwind für die Bundestagswahl hoffen kann, drohen der CDU zumindest im Saarland und in Thüringen massive Einbrüche und der Verlust der absoluten Mehrheit. Schlimmer noch: Die beiden Ministerpräsidenten der CDU könnten von rot-rot-grünen Koalitionen aus dem Amt gejagt werden.

Nur in Sachsen scheint der Wahlsieg von Ministerpräsident Stanislaw Tillich sicher. Die SPD wird aller Voraussicht nach ihr desaströses, einstelliges Wahlergebnis von 2004 verbessern – ihr blasser Spitzenkandidat Thomas Jurk dürfte damit bereits zufrieden sein und auf eine erneute Große Koalition im Freistaat hoffen. Der zweitstärksten Kraft, der Linkspartei, fehlen mögliche Bündnispartner, um den CDU-Regierungschef abzulösen. Mit Spannung wird deshalb vor allem das Abschneiden der rechtsextremen NPD verfolgt, die in Umfragen zwar noch unter fünf Prozent liegt, letztlich aber erneut in den sächsischen Landtag ziehen könnte.

Im Saarland ist alles drin

Im Saarland ist die Situation völlig offen. Zwar dürfte nach den Umfragen Ministerpräsident Peter Müller mit der CDU wieder stärkste Kraft im Land werden. Derzeit drohen ihm aber zweistellige Stimmeneinbrüche und damit der Verlust der absoluten Mehrheit. SPD, Grünen und Linkspartei haben die Chance, mit einer möglichen gemeinsamen Koalition den Regierungschef abzulösen.

Ähnliches gilt für Thüringen, wo die Verluste für die CDU und Ministerpräsident Dieter Althaus in den Umfragen allerdings nicht ganz so hoch ausfallen. Zudem müsste für ein rot-rot-grünes Bündnis die Linkspartei zugunsten der SPD auf das Amt des Regierungschefs verzichten – trotz aller Andeutungen aus Parteikreisen ist das schwer vorstellbar.

Bundesparteien halten sich zurück

Nicht nur deshalb halten sich die Sozialdemokraten vor den Wahlen mit Festlegungen zurück. Im Willy-Brandt-Haus will man den Einfluss der Länderergebnisse auf den Bundestagswahlkampf zudem nicht überbewerten. Zwar hofft Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier auf Rückenwind durch Regierungsbeteiligungen der SPD auf Länderebene. Einen Stimmungswandel erhofft sich die SPD-Spitze aber nicht, wie es heißt.

Die Bundes-CDU hält sich angesichts der wenig erfreulichen Umfragwerte zurück und hofft noch auf ein besseres Abschneiden am Wahlabend. Noch könnte es in Thüringen für Schwarz-Gelb reichen, noch ist auch das Saarland nicht verloren. Und Große Koalitionen in den Ländern könnten letztlich beide Volksparteien zufrieden stellen.

 

2m050209.jpg8780229104844818576.jpgDas Wichtigste zu den drei Landtagswahlen im Überblick:

2m103204.jpg8516435683981568113.jpg 

2m0n0116.jpg619887830913997146.jpgSaarland:
"Rot-Rot-Grün gegen Müller"

 

 

Sachsen:
"Schafft die NPD den Einzug?"

 

 

Thüringen:
"Althaus und sein Unfall"

 

Quelle: ntv.de