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"Women's March" in Washington Die Angst der Frauen vor Donald Trump

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Hunderttausende protestierten in Washington gegen Trump.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Hunderttausende protestieren in Washington gegen den neuen US-Präsidenten Trump. Die Bewegung "Women's March" hofft nun, dass die Proteswelle anhält. Sie setzen vor allem auf eine bestimmte Zielgruppe.

Selbstgemachte Plakate und pinke Mütze: Zu Hunderttausenden strömten die Menschen am Samstag nach Washington D.C. In der Nähe des US-Kongress tanzten sie, sangen – und protestierten gegen den neuen US-Präsident Donald Trump. Die Bewegung "Women's March" hatte zum Widerstand gegen die neue Regierung aufgerufen. Auf ihrer Internetseite erklärte sie: Das Ziel der Bewegung sei es, gemeinsam für den "Schutz unserer Rechte, unserer Sicherheit, unserer Gesundheit und unserer Familien" einzustehen.

Der Großteil der Demonstranten war weiblich, doch auch Männer liefen beim Protestmarsch mit. Prominente wie die Schauspielerinnen Ashley Judd und Scarlett Johansson befanden sich ebenfalls in der Menge, die Schätzungen zufolge noch größer war als bei Trumps Inauguration am Vortag.

Immigration war eines der Themen der Demonstranten. "Ich bin hier für alle meine Freunde, die illegal in den USA sind", sagte etwa die 18-jährige Lindsay, die ihren Nachnamen nicht nennen wollte und aus Ohio stammt. Doch es ging auch um Abtreibung, Klimawandel und das Gesundheitssystem. Besonders die Sorge um die Frauenrechte trieb die Menschen auf die Straße. Viele Teilnehmer des Protestmarsches befürchteten, dass der Fortschritt, den Frauen seit den späten 1960er Jahren in den USA erlebt haben, unter Trump zum Stillstand kommt.

Hoffen auf Initialzündung

"Ich habe nicht so hart gekämpft, um mitzuerleben, dass jemand wie Donald Trump ins Weiße Haus einzieht und alles zunichtemacht", sagte eine 69-Jährige, die mit einem großen Plakat auf eine Entscheidung des Supreme Court aus dem Jahr 1973 aufmerksam machte. Diese erlaubt es Frauen in den USA, Abtreibungen vorzunehmen. Andere Themen wie "Equal Pay", also gleicher Lohn für gleiche Arbeit, und sexuelle Angriffe fanden ebenfalls großes Gehör während des "Women's March".

Die Protestbewegung hofft nun, dass der "Women's March" vom Samstag, der nicht nur in Washington, sondern auch in anderen US-Städten stattfand, eine Initialzündung war. Die Organisatoren wollen vor allem die Wähler der Demokratin Hillary Clinton ansprechen, sowie  die 92 Millionen US-Amerikaner, die erst gar nicht zur Wahl gegangen sind.

Die Trump-Wähler spielen für sie allerdings keine Rolle. "Unser Fokus gilt nicht denjenigen, die meine Gesellschaft beschädigt haben, die Menschen ohne Dokumenten das Leben erschwert haben, die Frauenrechte und unseren Planeten nicht beschützen", sagte Mitorganisatorin Linda Sarsour dem Magazin "Vice". "Das sind nicht die Menschen, die ich überzeugen will".

Wie es mit der "Women’s March"-Bewegung weitergeht ist, ungewiss. Allerdings wurde schon jetzt deutlich, dass sich Trump in den nächsten vier Jahren auf viel Widerstand in der Bevölkerung einstellen muss.

Quelle: n-tv.de

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