Politik

Heil plant Recht auf Homeoffice Eltern sollen längere Lohnfortzahlung kriegen

b535c119a23cbb99c680054dcd5a860e.jpg

Viele Eltern können derzeit nicht arbeiten, da sie durch die Corona-Pandemie keine Kinderbetreuung mehr haben.

(Foto: dpa)

Arbeitsminister Heil will die Lohnfortzahlung für Eltern verlängern, die nicht arbeiten können, weil sie wegen der Corona-Krise auf ihre Kinder aufpassen müssen. Die bisherige Regelung läuft Mitte nächsten Monats aus. Auch wer in Quarantäne bleiben muss, soll mehr finanzielle Sicherheit haben.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat angekündigt, dass Eltern, die in der Corona-Krise wegen fehlender Kinderbetreuung nicht arbeiten können, eine verlängerte Lohnfortzahlung vom Staat bekommen sollen. "Eltern müssen Sicherheit haben - deshalb schaffen wir eine Anschlussregelung", sagte Heil der "Bild am Sonntag". Die bisherige Regelung läuft nach sechs Wochen Mitte Mai aus.

Auch für den Fall, dass nach einem Kontakt mit einem Corona-Infizierten ein Angestellter für zwei Wochen in häusliche Quarantäne muss, soll es eine Regelung für die Lohnfortzahlung geben. Vizekanzler Olaf Scholz sagte der Zeitung: "Ein wirksamer Schutz vor weiteren Infektionen wird nur funktionieren, wenn sich diejenigen, die unter Corona-Verdacht stehen, strikt an die Quarantäne-Vorgaben halten. Wenn eine Quarantäne von staatlicher Seite gewollt ist, darf es keinen sozialen oder finanziellen Druck geben."

Heil betonte, dass in Corona-Zeiten gelte, bereits beim kleinsten Anzeichen einer Krankheit zu Hause zu bleiben, genau wie nach einem Kontakt mit einem Infizierten. "Halten wir das nicht penibel ein, droht eine sehr gefährliche zweite Infektionswelle."

Scharfe Kritik übte Heil am Koalitionspartner Union wegen der Blockade der Grundrente. Es sei "zynisch, für Pflegekräfte und Kassiererinnen zu klatschen und dann ausgerechnet für diese fleißigen Menschen kein Geld übrig zu haben". Die Grundrente müsse und werde kommen. Große Teile der Union stünden zu dem Beschluss. Mit Blick auf Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus sagte Heil: "Ich erwarte von den Störenfrieden, dass sie endlich ihre Blockade aufgeben, damit das Gesetz jetzt in den Bundestag kommt und die Grundrente im nächsten Jahr kommt."

Heil will Recht auf Homeoffice durchsetzen

Zudem kündigte Heil an, ein Gesetz für das Recht auf Heimarbeit vorzulegen. In der Corona-Krise hat sich Schätzungen zufolge die Homeoffice-Quote in Deutschland verdoppelt. "Ich arbeite an einem neuen Gesetz für ein Recht auf Homeoffice, das ich bis Herbst vorlegen werde. Jeder, der möchte und bei dem es der Arbeitsplatz zulässt, soll im Homeoffice arbeiten können - auch wenn die Corona-Pandemie wieder vorbei ist", sagt Heil der "Bild am Sonntag".

"Wir lernen in der Pandemie gerade, wie viele Arbeiten heutzutage von zu Hause erledigt werden können. In der Corona-Krise ist die Zahl der Arbeitnehmer im Homeoffice ersten vorsichtigen Schätzungen zufolge von 12 auf 25 Prozent aller Beschäftigten gestiegen. Das wären acht Millionen Männer und Frauen, die ihren Job gerade von zu Hause aus erledigen." Das sollen sie nach dem Willen des Ministers auch in Zukunft können.

Wo es betrieblich möglich sei, könne künftig jeder Arbeitnehmer das Arbeiten von zu Hause einfordern. "Man darf entweder komplett auf Homeoffice umsteigen oder auch nur für ein oder zwei Tage die Woche", so Heil.

Quelle: ntv.de, hul/DJ