Politik

Empörung in sozialen Netzwerken Erdogan-Berater tritt auf Trauernden ein

Ein enger Mitarbeiter des türkischen Ministerpräsidenten attackiert am Ort des Grubenunglücks von Soma einen Trauernden mit Fußtritten. Für viele Türken ist das ein Symbol für den gefühllosen Umgang der AKP mit einer der schlimmsten Katastrophen unter Tage.

Ein Berater des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan hat einen Mann mit Fußtritten malträtiert, der bei dem Grubenunglück von Soma Angehörige verloren hat. Die Attacke wurde fotografiert und sorgt in den sozialen Netzwerken für ungeheure Empörung.

Der Mann war aus verzweifelter Wut auf einen Wagen aus Yusuf Yerkels Konvoi losgegangen, berichtet die türkische Zeitung "Hürriyet". Demnach trauerte er am Unglücksort um tote Angehörige, als auch Yerkel die Grube im westtürkischen Soma besuchte. Zwei Soldaten hatten den Mann sofort geschnappt und zu Boden gedrückt. Als der Erdogan-Berater die Szene bemerkte, eilte er herbei und trat den am Boden liegenden Mann dreimal in die Seite.

Yerkel bestätigte dem türkischen Dienst der BBC, dass er auf dem Bild zu sehen sei. Türkischen Medienberichten zufolge sagte Yerkel, bei dem Mann habe es sich um einen militanten Linken gehandelt, der ihn und Erdogan angegriffen und beleidigt habe.

Twitter-Foto geht um die Welt

Unzählige Twitterer teilen das Foto von Yerkel, auf dem er mit weit ausholendem Fuß zu sehen ist. Die Tritte scheinen für viele empörte Türken nun Symbol für den Umgang der türkischen Regierung mit dem Grubenunglück, bei dem vermutlich weit mehr als 300 Bergleute ums Leben gekommen sind. Es ist damit das schwerste Unglück unter Tage der jüngeren Geschichte.

Erdogan hatte die Bergwerkskatastrophe am Mittwoch als "Betriebsunfall" bezeichnet und geäußert, dass solche Unglücke "immer und überall auf der Welt" passieren könnten und auf ähnliche Fälle in anderen Ländern verwiesen. Er kritisierte, dass die Opposition das Unglück nutzen wolle, um gegen seine Regierung zu mobilisieren.

Quelle: ntv.de, nsc

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