Politik

Nach Rauswurf des Chefs FBI will Russland-Ermittlungen weiterführen

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Andrew McCabe: Comey hatte großen Rückhalt.

(Foto: REUTERS)

Verschärft sich der Konfrontationskurs zwischen dem Weißen Haus und dem FBI? Trotz des Rauswurfs von Behördenchef Comey sollen Untersuchungen zu möglichen Russland-Affäre andauern. Zudem widerspricht der Vize dem Präsidenten.

Die Entlassung von FBI-Chef James Comey soll nach Angaben seines kommissarischen Nachfolgers keinerlei Auswirkungen auf die Ermittlungen der Bundespolizei zur Russland-Affäre haben. "Die Arbeit geht weiter, unabhängig davon, wie sich die Umstände verändert haben mögen", sagte der amtierende FBI-Chef Andrew McCabe bei einer Anhörung im Senat in Washington. Zudem betonte er, dass Comey große Unterstützung in der Behörde genossen habe. Die überwiegende Mehrheit der Mitarbeiter habe eine positive Beziehung zu Comey gehabt. Damit widersprach er der Darstellung des Weißen Hauses, Comey habe innerhalb der Behörde die Unterstützung verloren.

Der überraschende Rauswurf Comeys durch Präsident Donald Trump hat bei den oppositionellen Demokraten und anderen Trump-Kritikerin Besorgnisse ausgelöst. Befürchtet wird, dass die Untersuchungen des FBI zu den mutmaßlichen russischen Hackerangriffen während des US-Wahlkampfs und möglichen illegalen Verbindungen von Trump-Mitarbeitern nach Moskau eingedämmt werden sollen.

"Keine Versuche, Untersuchung zu behindern"

"Sie können die Männer und Frauen des FBI nicht daran hindern, das Richtige zu tun", sagte McCabe dazu. Es habe keine Versuche gegeben, "unsere Untersuchung zu behindern". McCabe war bislang Comeys Stellvertreter und hat die Leitung der Bundespolizei provisorisch übernommen. Einen Kandidaten für die Nachfolge Comeys hat Trump bislang noch nicht benannt.

Die US-Regierung hat die Entlassung Comeys mit dessen Umgang mit der E-Mail-Affäre der früheren Außenministerin und Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton begründet. Comey war während des Wahlkampfs mit Informationen zur Untersuchung des regelwidrigen Umgangs der Ex-Außenministerin mit ihren dienstlichen Mails an die Öffentlichkeit gegangen. Die Demokraten halten die offizielle Begründung für die Entlassung des FBI-Chefs für unglaubwürdig.

Quelle: n-tv.de, jwu/AFP/dpa