Politik

Verdoppelung seit Jahresbeginn Fast 9000 minderjährige Flüchtlinge vermisst

65720476.jpg

Kinder von Geflüchteten in einer Unterkunft in Berlin.

picture alliance / dpa

Rund 4700 minderjährige Flüchtlinge gelten in Deutschland Anfang des Jahres als vermisst. Ein halbes Jahr später hat sich die Zahl fast verdoppelt. In vielen Fällen hat das Bundeskriminalamt eine Erklärung für das Verschwinden.

In Deutschland sind einem Bericht zufolge derzeit fast 9000 Flüchtlingskinder als vermisst gemeldet. Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" unter Berufung auf Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) berichtete, wurden am 1. Juli 8991 unbegleitete Flüchtlingskinder und Jugendliche vermisst. Das waren mehr als im gesamten Jahr 2015 sowie doppelt so viele wie zu Jahresbeginn, als 4749 geflüchtete Minderjährige als vermisst galten.

Wie die "NOZ" weiter berichtete, handelte es sich bei dem Großteil der Vermissten um Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren. Die meisten Fälle haben demnach keinen kriminellen Hintergrund. "Konkrete Erkenntnisse, dass ein Teil der zu Jahresbeginn vermissten minderjährigen Flüchtlinge Kriminellen in die Hände gefallen sein könnten, liegen im Bundeskriminalamt nicht vor", zitierte die Zeitung Behördenangaben. Vielfach würden die Minderjährigen aufbrechen, um Verwandte oder Bekannte in anderen deutschen Städten oder im europäischen Ausland aufzusuchen.

Außerdem gebe es oft keine Rückmeldung, wenn die Kinder bei ihrer Familie angekommen seien, hieß es weiter. Hinzu kämen Mehrfachregistrierungen, etwa wenn sich Jugendliche an einem anderen Ort wieder meldeten oder es verschiedene Schreibweisen der Namen gebe.

Quelle: n-tv.de, bdk/AFP

Mehr zum Thema