Politik

Minister über Isolierung Katars Gabriel warnt vor "Trumpisierung"

91300956.jpg

Außenminister Sigmar Gabriel ist ganz und gar nicht begeistert von der Politik Trumps.

(Foto: picture alliance / Gregor Fische)

Auf der arabischen Halbinsel kocht der Konflikt immer mehr hoch, eine Einigung scheint nicht in Sicht. Außenminister Gabriel stuft die Lage in der krisengeschüttelten Region als besonders gefährlich ein. Die Politik Trumps hält er für falsch.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat vor einer weiteren Eskalation im Nahen Osten gewarnt und die Politik von US-Präsident Donald Trump kritisiert. "Katar soll offenbar mehr oder weniger vollständig isoliert und existentiell getroffen werden", sagte Gabriel dem "Handelsblatt". "Eine solche 'Trumpisierung' des Umgangs miteinander ist in einer ohnehin krisengeschüttelten Region ganz besonders gefährlich", fügte der Vizekanzler hinzu. Mit einer weiteren Eskalation sei niemandem gedient.

Gabriel zeigte sich überrascht über die Vehemenz, mit der der Konflikt zwischen Nachbarstaaten auf der arabischen Halbinsel aufgebrochen sei. "Ich bin sehr besorgt über die dramatische Eskalation der Lage und die Folgen für die ganze Region", sagte er.

"Die jüngsten gigantischen Rüstungsdeals des amerikanischen Präsidenten Trump mit den Golfmonarchien verschärfen das Risiko einer neuen Aufrüstungsspirale", kritisierte Gabriel zudem die Politik Trumps. "Das ist eine völlig falsche Politik, und sicher nicht die Politik Deutschlands".

Deutschland und seine Verbündeten hätten durch das Atomabkommen mit dem Iran bis auf Weiteres die Gefahr einer nuklearen Aufrüstungsdynamik in der Region gebannt. Berlin setze darauf, dass es bald wieder möglich sein werde, miteinander zu reden und Konflikte durch Gespräche zu entschärfen.

Gabriel trifft in Kürze in Berlin mit dem saudischen Außenminister Adel Al-Jubeir zusammen. "Dann werden wir sicher mehr erfahren über die Beweggründe der Saudis für ihr äußerst hartes Vorgehen", sagte er.

Quelle: n-tv.de, kpi/DJ

Mehr zum Thema