Politik
Alexander Gauland.
Alexander Gauland.(Foto: picture alliance / dpa)
Sonntag, 05. Juni 2016

"Politik der menschlichen Überflutung": Gauland nennt Merkel "Kanzler-Diktatorin"

Keine Woche ohne einen neuen Gauland-Aufreger: Der AfD-Politiker schimpft in einer Rede auf Angela Merkel. Außerdem stößt ein von der NPD genutzter Slogan bei Gauland auf Zustimmung.

Alexander Gauland legt nach: Nachdem der AfD-Vize Nationalspieler Jérôme Boateng Gaulands und Mesut Özil thematisiert hatte, sind nun Kanzlerin Angela Merkel und der Bundestag an der Reihe. Bei einem Auftritt im brandenburgischen Elsterwerda warf Gauland den Parteien unter anderem vor, "eine Politik der menschlichen Überflutung" zu vertreten.

Es handele sich um den "Versuch, das deutsche Volk allmählich zu ersetzen durch eine aus allen Teilen dieser Erde herbeigekommene Bevölkerung", so Gauland. Außerdem sprach er bei dem gemeinsamen Auftritt mit Björn Höcke von Merkel als "Kanzler-Diktatorin". "Ludwig XIV, der Sonnenkönig, hätte sich nicht getraut, was sie sich traut: Dass sie ein Volk völlig umkrempelt und viele Menschen uns aufpfropft und uns zwingt, die als Eigenes anzuerkennen." Auch mit viel Geld könne man Menschen nicht integrieren, die nicht "in diese Gesellschaft und nicht in diese Kultur passen."

"Wir sind das Volk"

Gelegentlich brandet Applaus auf, es ist höhnisches Gelächter zu hören. Stellenweise skandieren einige Zuhörer "Widerstand! Widerstand!". "Unsere Vorfahren haben dieses Land nicht aufgebaut, damit diese politische Elite es ruiniert und vor die Hunde gehen lässt", so Gauland. "Wir sind nicht gegen Fremde. Aber es ist unser Land, und es ist unser Volk." Gauland weiter: "Wir geben viel Geld anderen und haben kein Geld für unsere eigenen Renten, für unsere eigenen Kinder. (...) Aber Flüchtlinge dürfen es sein, so viel wie möglich."

Gauland kritisierte die Haltung der Kirchen in der Flüchtlingsfrage und forderte sie auf, "dagegenzuwirken, dass dieses Land von der Erde verschwindet und nur noch eine uns fremde Bevölkerung hier lebt." Er rief: "Wir sind die Deutschen und wollen es bleiben." Daraufhin skandierten Zuhörer "Wir sind das Volk".

Der AfD-Vize bezog sich bei seiner Rede mehrmals zustimmend auf den Satz: "Heute sind wir tolerant und morgen fremd im eigenen Land." In einem Video der Rede vom Donnerstag, das auf Youtube veröffentlicht wurde, ist zu sehen, wie Gauland den Slogan offenbar von einem Schild oder Transparent abliest, das ein Zuhörer hochhält. Diese Parole ist laut bayerischem Verfassungsschutz gleichlautend in der Vergangenheit von der rechtsradikalen NPD benutzt worden und gehört zu "typischen Redemustern der rechtsextremistischen Szene".

Quelle: n-tv.de