Politik

Haftstrafen von insgesamt 66 Jahren Gericht verurteilt Ben Ali

Der tunesische Ex-Diktator Ben Ali ist zwar im Exil, aber die Gerichte im Land fällen trotzdem Urteile. Zweimal befanden Gerichte den gestürzten Machthaber bereits für schuldig, jetzt kommt ein weiteres hinzu. Wegen Korruption summiert sich die Haftlänge auf 66 Jahre.

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Ex-Diktator Zine el Abidine Ben Ali - vor seinem Sturz.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Haftstrafen gegen den gestürzten tunesischen Diktator Zine el Abidine Ben Ali summieren sich weiter. Wegen Korruption und Immobilienbetrugs wurde der 74-Jährige von einem Gericht in Tunis in Abwesenheit zu einer 16-jährigen Haftstrafe verurteilt. Damit drohen ihm bei einer Rückkehr aus seinem saudi-arabischen Exil nun insgesamt 66 Jahre Gefängnis.

Beim jüngsten Fall ging es um den umstrittenen Handel mit zwei Grundstücken in einem schicken Hauptstadt-Viertel zugunsten seines Schwiegersohns Sakhr al-Materi. Auch der wurde zu 16 Jahre Haft verurteilt, Ben Alis Tochter Nesrine bekam acht Jahre Haft.

Mehr als 90 Anklagepunkte

Seit Ben Alis Flucht vor einem halben Jahr ins saudi-arabische Exil ergingen bereits zwei Urteile wegen des illegalen Besitzes von Drogen, Waffen und archäologischen Fundstücken sowie der Veruntreuung von Staatsvermögen. Weitere Prozesse gegen den 23 Jahre herrschenden Ben Ali sind geplant.

Insgesamt liegen gegen Ben Ali und seinen Clan mehr als 90 Anklagepunkte vor. Wegen Tötungs- und Folterdelikten könnte Ben Ali vor einem Militärtribunal sogar die Todesstrafe drohen. Dass er je zur Rechenschaft gezogen werden kann, gilt als unwahrscheinlich. Saudi-Arabien reagierte bislang nicht auf Auslieferungsgesuche.

Quelle: n-tv.de, dpa

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