Politik
Die Berufung von Jörg Kukies gilt als wichtigste Personalentscheidung des neuen Finanzministers Olaf Scholz.
Die Berufung von Jörg Kukies gilt als wichtigste Personalentscheidung des neuen Finanzministers Olaf Scholz.(Foto: picture alliance / Gregor Fische)
Montag, 19. März 2018

Erste Personalentscheidung: Goldman-Manager wechselt ins Finanzressort

Neue und alte Gesichter im Bundesfinanzministerium: Olaf Scholz macht den Deutschland-Chef von Goldman Sachs, Jörg Kukies, zum Staatssekretär. Zudem holt der neue Finanzminister Werner Gratzer zurück in das Amt des Haushaltsstaatssekretärs.

Der Deutschland-Chef der US-Investmentbank Goldman Sachs, Jörg Kukies, wechselt als beamteter Staatssekretär ins Bundesfinanzministerium. Das meldet der "Tagesspiegel" unter Berufung auf informierte Kreise. Kukies ist SPD-Mitglied und war als Juso-Chef in Rheinland-Pfalz Vorgänger von Andrea Nahles. Er ist zudem seit 2014 Ko-Vorsitzender von Goldman Sachs in Deutschland. Er arbeitet bereits seit 2001 für die US-Investmentbank in London und Frankfurt am Main.

Das Ministerium bestätigte unterdessen, dass der langjährige Haushaltsstaatssekretär Werner Gatzer in das Ministerium zurückkehre. "Der Minister hat Herrn Gatzer gebeten, die Aufgabe hier zu übernehmen", sagte ein Sprecher. "Das ist auch alles abgestimmt mit der Bahn." Gatzer hatte das Ministerium erst Ende des vergangenen Jahres verlassen, um bei der Deutschen Bahn anzuheuern.

Anfang Januar übernahm er bei dem Staatskonzern den Vorstandsvorsitz der Konzernsparte Station & Service. Das Tochterunternehmen ist für die Bahnhöfe in Deutschland zuständig. Vor seinem Wechsel zur Bahn war Gatzer zwölf Jahre als Staatssekretär im Finanzministerium für den Haushalt zuständig, er diente in der Funktion erst Peer Steinbrück und dann Wolfgang Schäuble.

Scholz und Gatzer kennen sich schon lange und haben zuletzt die Bund-Länder-Finanzreform an entscheidenden Stellen verhandelt. Für die Aufstellung des Haushaltes, der bis Sommer in Kraft treten soll, soll es demnach bis Ende April laut Wünschen aus dem Bundestag einen entsprechenden Kabinettsbeschluss geben. Derzeit gilt nur eine vorläufige Haushaltsführung, in der die neuen Projekte der großen Koalition noch nicht berücksichtigt sind.

Quelle: n-tv.de