Politik

Verstoß gegen Bewährungsauflagen? Hass-Filmer könnte Ärger bekommen

Der mutmaßliche Produzent des anti-islamischen Films könnte gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen haben, als er sein Machwerk ins Internet stellte. Der Mann fühlt sich "schuldig", weil wegen seines Films der US-Botschfter in Libyen getötet wurde. Dennoch tut es ihm nicht leid, den Film gemacht zu haben.

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Medienvertreter vor Nakoulas Haus in der Stadt Cerritos im Los Angeles County.

(Foto: AP)

Eine US-Behörde ermittelt gegen den mutmaßlichen Produzenten des Mohammed-Schmähfilms wegen eines möglichen Verstoßes gegen Bewährungsauflagen. Eine Gerichtssprecherin teilte mit, dass die Bewährungsaufsicht den Fall überprüfe.

In Medienberichten hieß es, dass ein 55-jähriger namens Nakoula Basseley Nakoula hinter dem islamfeindlichen Film "Innocence of Muslims" stecken könnte. Er solle in einem Vorort von Los Angeles wohnen und wegen Bankbetrugs eine Gefängnisstrafe abgesessen haben. Daran habe sich eine fünfjährige Bewährungsstrafe angeschlossen. Während dieser Zeit sei es ihm untersagt gewesen, das Internet zu nutzen oder seinen Namen zu ändern.

Den etwa 13 Minuten langen Film, der eine Welle der Gewalt in islamischen Ländern auslöste, soll er unter einem Pseudonym gemacht haben. Mit einem Verstoß gegen die Bewährungsauflagen könnte er sich Gerichtsdokumenten zufolge eine erneute Haftstraße einhandeln. Der Film ist angeblich ein Trailer eines zweistündigen Kinofilms.

Produzent bereut nichts

Der mutmaßliche Produzent gab dem arabischsprachigen US-Radiosender Sawa ein Interview. Darin sagte er, dass es ihm nicht leid tue, den Film gemacht zu haben. Allerdings stimme ihn der Tod des US-Botschafters in Libyen "traurig", sagte ein Mann, der sich als Nakoula Basseley Nakoula ausgab. Er fühle sich "schuldig" an den Angriffen gegen US-Vertretungen in muslimischen Ländern.

Nach eigenen Angaben ist er ein 55-jähriger koptischer Christ aus dem US-Bundesstaat Kalifornien. Er habe den 14 Minuten langen Ausschnitt aus dem Film ins Internet gestellt und überlege, "den ganzen Film zu veröffentlichen", sagte Nakoula. Niemand habe an seinem Film "herumhantiert".

"Von bestimmten Personen gebeten"

Die USA hätten mit dem Film nichts zu tun, sagte Nakoula. In Libyen waren am Dienstagabend beim Angriff auf das US-Konsulat in der Stadt Bengasi der US-Botschafter und drei seiner Mitarbeiter sowie mehrere libysche Sicherheitskräfte getötet worden.

Der Film über den Propheten Mohammed basiere auf einem Buch, das er 1994 veröffentlicht habe, sagte Nakoula. Er sei dann von "bestimmten Personen" gebeten worden, einen Film aus dem Buch zu machen und dieser Bitte sei er nachgekommen. Er hoffe, dass die Menschen den Film in Gänze sehen, bevor sie ihn beurteilen. Sich selbst bezeichnete er als einen "arabischen Denker", der sich für islamische Themen interessiere.

Polizei schützt den Filmemacher

Der Macher des Films steht in den USA derweil unter Polizeischutz. "Wir haben eine Bitte erhalten und wir antworten darauf. Wir sind die Garanten der öffentlichen Sicherheit", sagte der Sprecher des Sheriffs von Los Angeles. Er machte weder Angaben dazu, wer die Behörden um Hilfe gebeten habe, noch zur genauen Art des Polizeischutzes.

Das Haus von Nakoula Basseley Nakoula im Ort Cerritos südlich von Los Angeles stand am Donnerstag unter Bewachung der Polizei. Der 55-Jährige leitet nach eigenen Angaben die Produktionsfirma des Films.

Quelle: n-tv.de, AFP/rts

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