Politik

Tausende sterben an Spätfolgen Hiroshima gedenkt der Opfer

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Um 8.15 Uhr Ortszeit wurde die Bombe abgeworfen.

(Foto: dpa)

Am 6. August um 8.15 Uhr Ortszeit erklingt in Hiroshima jedes Jahr die Friedensglocke. Sie erinnert an den ersten Atombombenabwurf auf die Stadt 1945. Erstmals nehmen auch ein US-Vertreter und ein UN-Generalsekretär an der Gedenkfeier teil.

Die japanische Stadt Hiroshima hat des ersten Atombombenabwurfs vor 65 Jahren gedacht. Erstmals nahm mit John Roos auch ein US-Botschafter an der Gedenkveranstaltung teil. Ban Ki Moon kam als erster UN-Generalsekretär zu der Zeremonie, der Vertreter aus mehr als 70 Ländern beiwohnten.

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UN-Generalsekretär Ban legt einen Kranz nieder.

(Foto: dpa)

Roos sagte in einer Erklärung, "künftigen Generationen zuliebe müssen wir daran weiterarbeiten, eine Welt ohne Nuklearwaffen zu verwirklichen". Es müsse sichergestellt werden, dass sich ein solcher Konflikt nie wiederhole.

Am 6. August 1945 um 8.15 Uhr Ortszeit hatten die Amerikaner die weltweit über dem westjapanischen Hiroshima abgeworfen. Genau zu dieser Stunde ertönte wie in den Jahren zuvor die Friedensglocke in Hiroshima.

Auf atomaren Schutzschild verzichten

Ban sagte, er werde eine Abrüstungskonferenz für September nach New York einberufen. Dort werde er auf Verhandlungen über weitere nukleare Abrüstung drängen. Der UN-Generalsekretär sprach sich erneut für eine Abschaffung von Atomwaffen aus. Eine Welt ohne Massenvernichtungswaffen sei "der einzige vernünftige Weg zu einer sichereren Welt". "Solange Atomwaffen existieren, leben wir unter einem nuklearen Schatten", sagte Ban.

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Botschafter Roos und Bürgermeister Akiba.

(Foto: AP)

Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan begrüßte das Kommen von Ban und Roos. Er hoffe, sie würden den Wunsch der Japaner akzeptieren, dass Atomwaffen nie wieder Schaden verursachen. Er versprach, dass Japan aktiv Abrüstungsvorschläge machen werde.

Der Bürgermeister von Hiroshima, Tadatoshi Akiba, forderte in seinem Friedensappell die japanische Regierung dazu auf, auf den atomaren Schutzschild des Sicherheitspartners USA zu verzichten. Japan solle bei der nuklearen Abrüstung eine Vorreiterrolle übernehmen, verlangte Akiba.

Tausende Menschen sterben an Spätfolgen

Haruko Moritaki von der Hiroshima-Allianz zur Abschaffung von Atomwaffen sagte, dass die Anwesenheit der USA "zu spät" komme. Die Vereinigten Staaten seien das einzige Land auf der Welt, das Atombomben abgeworfen habe. Und sie besäßen immer noch Nuklearwaffen, kritisierte Moritaki.

Die USA hatten am 6. sowie am 9. August 1945 Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen. Niemals zuvor oder danach wurden Atomwaffen eingesetzt. Zehntausende Menschen starben sofort und auch heute sterben immer noch verstrahlte Opfer. Seit der letzten Gedenkveranstaltung vor einem Jahr seien mehr als 5500 Menschen an den Folgen gestorben, die Gesamtzahl der Todesopfer sei auf 269.446 gestiegen, hieß es in japanischen Quellen. Auch viele Kinder von Opfern des Atombombenangriffs müssen bis heute unter den Folgen des Angriffs leiden. Viele kamen verstümmelt oder krank zur Welt.

Quelle: n-tv.de, ghö/dpa

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