Politik

Verdächtiges bei Wahlkämpfer Augier Hollande bangt um Vertrauten

2013-04-02T174826Z_01_PHW06_RTRMDNP_3_FRANCE.JPG5637709082830975133.jpg

François Hollande, unbeliebt und unter Druck.

(Foto: REUTERS)

Frankreichs Haushaltsmanager Cahuzac ist bereits wegen Schwarzgeldes zurückgetreten, die Affäre bringt den ohnehin unbeliebten Präsidenten Hollande in Bedrängnis. Nun ist auch ein Berater der Sozialisten, Wahlkampfmanager Augier, unter Verdacht. Was hat es mit Beteiligungen des Hollande-Vertrauten auf den Kaimaninseln auf sich?

Enthüllungen über zwielichtige Finanzgeschäfte eines Beraters bringen Frankreichs Präsident François Hollande noch tiefer in Bedrängnis. Nach dem Schwarzgeldskandal um den zurückgetretenen Haushaltsm inister Jérôme Cahuzac gerät nun auch Hollandes früherer Wahlkampfmanager Jean-Jacques Augier in Verdacht. Informationen der Tageszeitung "Le Monde" zufolge besitzt der 59-jährige Augier über seine Holding Eurane Anteile an zwei Unternehmen auf den Kaimaninseln. Augier bezeichnet sich selbst als unschuldig.

Das britische Überseegebiet gilt als "Schweiz der Karibik". Hollande hatte solchen Paradiesen für Steuerflüchtlinge im vor der Wahl den Kampf angesagt. Die konservative Opposition forderte eine umfassende Kabinettsumbildung, um das Vertrauen in die Regierung wieder herzustellen. Einer aktuellen Umfrage zufolge war Hollande bereits vor dem Höhepunkt des Schwarzgeldskandals einer der unpopulärsten Präsidenten Frankreichs.

Rücktrittsforderungen gegen Moscovici

Augier verteidigte die Investition auf den Kaimaninseln als vollkommen legal. Sie sei über eine Gesellschaft getätigt worden, die seine China-Geschäfte verwalte. Er habe weder ein eigenes Konto auf der Inselgruppe, noch persönlich dort Geld angelegt, sagte der im Buchhandel- und Verlagsgeschäft tätige Unternehmer. In Hollandes Wahlkampfteam war Augier für die Finanzen zuständig. Er gilt bis heute als Vertrauter des Sozialisten.

Hollande steht bereits unter erheblichem Druck, weil er seinen Budgetminister Cahuzac trotz Hinweisen auf ein Schwarzgeld-Konto monatelang im Amt hielt. Cahuzac hatte die Existenz des Kontos erst vor kurzem eingeräumt. Die Opposition hält es für möglich, dass Regierungsvertreter bereits seit längerem Bescheid wussten. Vor allem gegen Wirtschafts- und Finanzminister Pierre Moscovici gibt es Rücktrittforderungen.

Einer Umfrage zufolge waren Ende März nur noch 27 Prozent der Franzosen der Ansicht, dass Hollande die Probleme des Landes lösen kann. Dies ist laut dem Meinungsforschungsinstitut TNS Sofres der niedrigste Wert, der jemals im elften Amtsmonat eines französischen Staatschefs registriert wurde.

Quelle: n-tv.de, dpa

Mehr zum Thema