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Männer vor Exekution gedemütigt IS-Kämpfer ermorden 160 Soldaten

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IS-Kämpfer haben 160 syrische Soldaten hingerichtet.

AP

Die IS-Dschihadisten gehen gnadenlos gegen alle vor, die sich ihr in den Weg stellen. Und sie machen keine Gefangenen. Nun brüsten sie sich mit der Hinrichtung von weit über hundert syrischen Soldaten.

Im Norden Syriens haben Kämpfer der Extremisten-Organisation Islamischer Staat (IS) nach Angaben von Aktivisten mehr als 160 Soldaten hingerichtet. Die Angehörigen der syrischen Streitkräfte seien in der Provinz Raka getötet worden, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Demnach tötete die syrische Armee ihrerseits mindestens sechs Anführer der Islamisten bei Luftangriffen in der östlichen Provinz Deir Essor.

Nach Angaben der Beobachtungsstelle handelte es sich bei den Hinrichtungsopfern um Soldaten einer Einheit, die nach ihrer Verdrängung vom Luftwaffenstützpunkts Tabka vor den IS-Kämpfern fliehen wollten. Mit der Eroberung des Stützpunkts am Sonntag haben die radikalsunnitischen Kämpfer faktisch die vollständige Kontrolle über Raka übernommen. Auch die an den Irak grenzende Provinz Deir Essor ist größtenteils in den Händen von IS.

Der Beobachtungsstelle zufolge war in Tabka eine 1400 Mann starke Garnison stationiert, von denen 200 Soldaten bei den Kämpfen getötet worden seien. Rund 700 Soldaten seien entkommen, 500 weitere würden letzte Stellungen halten, sich verstecken oder seien von den Extremisten gefangen genommen worden.

Barfuß und in Unterhosen

Die Islamisten gaben auf Twitter an, sie hätten 200 Soldaten gefangengenommen und hingerichtet. Vom IS im Internet verbreitete Videoaufnahmen zeigten junge Männer, die barfuß und nur in Unterhosen gekleidet durch die Wüste marschieren mussten. Im Hintergrund skandieren IS-Kämpfer: "Es gibt keine Rückkehr."

Die syrische Armee führt derzeit eine Offensive gegen die IS-Dschihadisten. Nach übereinstimmenden Angaben starben mehrere IS-Mitglieder bei einem Luftangriff auf die Ortschaft Mu Hassan in Deir Essor. Nach Angaben der Beobachtungsstelle wurde dabei das Haus eines zu IS übergelaufenen Armeeoffiziers getroffen. Mindestens sechs militärische und geistliche Anführer seien getötet worden. Die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete, bei dem Angriff seien der übergelaufene Offizier und weitere Menschen getötet worden. Demnach griff die Luftwaffe auch den Ort Marjaje an.

Im Libanon gab es an der Grenze zu Syrien ebenfalls Gefechte. Die libanesische Armee lieferte sich den ganzen Tag über schwere Schusswechsel mit sunnitischen Milizen in der mehrheitlich von Schiiten bewohnten Bekaa-Ebene. Den Gefechten war ein Angriff auf einen Armeestützpunkt vorausgegangen. Die Sunniten in der Bekaa-Ebene stehen im Verdacht, die syrischen Rebellen zu unterstützen.

Quelle: n-tv.de, vpe/AFP

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