Politik

Terrorregiment ausgeweitet IS-Terroristen erobern Flughafen

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Ein Mann jubelt mit einem Messer in Al-Tabka über den Sieg der IS.

(Foto: REUTERS)

Das Flughafengelände von Al-Tabka war die letzte Bastion des syrischen Regimes in der Region, nun fällt auch er in die Hände der IS-Terroristen. Diese triumphieren unverhohlen auf grauenhafte Weise.

Nach tagelangen heftigen Kämpfen mit der syrischen Armee hat die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) ihre Herrschaft im Osten Syriens weiter ausgebaut. Die Extremisten nahmen einen strategisch wichtigen Luftwaffenstützpunkt bei Al-Tabka ein. Die Regierung verliert damit ihre letzte Bastion in der Provinz Al-Rakka - und damit eine wichtige Basis für Angriffe auf die Dschihadisten. Die Extremisten beherrschen im Osten und Norden Syriens bereits rund ein Drittel des Landes.

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Tagelang lieferten sich Assads Soldaten und die IS-Kämpfer erbitterte Gefechte.

(Foto: REUTERS)

Beide Seiten hatten sich in den vergangenen Tagen blutige Kämpfe um den Flughafen geliefert und Verstärkungen zum Flughafen geschickt. Die Regierung bombardierte die Extremisten aus der Luft, die Dschihadisten schickten einen Selbstmordattentäter zum Flughafen.

Nach Angaben der syrischen Menschenrechtsbeobachter starben bei den Gefechten mindestens 100 IS-Kämpfer, mehr als 300 wurden verletzt. Zudem seien Dutzende syrische Soldaten getötet worden. Die Armee brachte demnach ihre Kampfjets zu anderen Flugplätzen. Die Kämpfe gingen im Umland des Flughafens noch weiter, so die Beobachtungsstelle. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, die Armee habe sich nach der Räumung des Flughafens neu formiert.

Schrecken verbreitet

Internetaktivisten meldeten über Twitter, aus den Moscheen in Al-Tabka sei der IS-Vormarsch auf den Flughafen mit dem Ruf "Allahu akbar" (Gott ist groß) bejubelt worden. Menschenrechtsbeobachtern zufolge liefen IS-Kämpfer mit abgetrennten Köpfen durch den Ort, die angeblich von syrischen Soldaten stammten. Damit wollten sie Schrecken unter ihren Gegnern verbreiten.

Die IS-Extremisten verschärften zugleich ihre Gewaltherrschaft im Osten des Landes. Die Terrorgruppe ließ an verschiedenen Orten mindestens 18 Menschen zur Strafe öffentlich töten. Mehrere Opfer seien an zentralen Plätzen gekreuzigt worden, berichtete die Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Extremisten hätten ihnen unter anderem vorgeworfen, das syrische Regime unterstützt zu haben. Die meisten Taten wurden aus den Provinzen Al-Rakka und Dair as-Saur berichtet, die von der Terrorgruppe fast vollständig kontrolliert werden.

In den Gebieten unter ihrer Kontrolle verhängen die Extremisten regelmäßig Strafen nach einer radikale Interpretation des islamischen Rechts, der Scharia. Die Terrorgruppe hatte den US-Reporter James Foley als Rache für US-Luftangriffe im Nordirak enthauptet und dazu am vergangenen Dienstag ein Video veröffentlicht.

US-Journalist freigelassen

Der 2012 in Syrien entführte US-Forscher Theo Curtis kam indes frei. "Endlich kehrt er nach Hause zurück", erklärte US-Außenminister John Kerry und bestätigte damit die Freilassung des jungen Forschers. Dieser war zwei Jahre lang in der Hand einer radikalislamischen Gruppierung in Syrien.

Nach Angaben der "New York Times" war Curtis im Oktober 2012 nahe der syrisch-türkischen Grenze entführt und von der mit der Terrororganisation Al Kaida verbundenen Al-Nusra-Front festgehalten worden. Diese hatte sich von der noch radikaleren Terrormiliz IS gelöst.

Neuer Angriff auf Ölraffinerie

Im Irak starteten die IS-Kämpfer zugleich einen neuen Angriff auf die größte Ölraffinerie des Landes. Die Terroristen seien am Samstagabend von drei Seiten aus auf die Industrieanlage in Baidschi vorgerückt, berichteten ein Polizeioffizier und Augenzeugen.

Die Aufständischen versuchen seit Wochen, die wichtige Anlage rund 200 Kilometer nördlich von Bagdad in ihre Gewalt zu bringen. Im Juni gelang es ihnen, in den weitläufigen Raffineriekomplex einzudringen. Nach heftigen Kämpfen konnten die Regierungstruppen jedoch die Dschihadisten wieder aus der Anlage vertreiben.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa/AFP