Politik

Neuauflage der Beziehungen möglich IWF geht auf Somalia zu

Die Anerkennung der neuen Regierung von Präsident Mohamud durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) bedeutet eine große Chance für das zerrissene afrikanische Land. Allerdings sind noch Gespräche über offene Schulden Somalias nötig. Mohamud hat aber nicht die vollständige Kontrolle über Somalia.

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Hoffnungsträger: Hassan Sheikh Mohamud.

(Foto: Reuters)

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die somalische Regierung anerkannt und damit den Weg für eine mögliche technische und finanzielle Unterstützung des vom Bürgerkrieg zerrütteten ostafrikanischen Landes geebnet.

Mit der Anerkennung der Regierung von Staatschef Hassan Sheikh Mohamud könnten die Beziehungen zu Somalia 22 Jahre nach ihrem Abbruch wieder aufgenommen werden, teilte der IWF in Washington mit. Zugleich hieß es in der Erklärung, dass das Land dem Fonds noch rund 270 Millionen Euro schulde und daher derzeit nicht auf neue Kredite hoffen könne.

Die Wahl des politischen Neulings Mohamud im September des vergangenen Jahres beflügelte Hoffnungen auf ein Ende des Bürgerkriegs. Der Universitätsprofessor hatte zuvor für Friedens- und Entwicklungsorganisationen gearbeitet. Der Urnengang war der vorläufige Höhepunkt eines Prozesses unter der Schirmherrschaft der UNO, der Somalia zu Stabilität und einem funktionierenden politischen System verhelfen soll.

Shebab-Milizen sind noch nicht besiegt

Nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Mohamed Siad Barre im Jahr 1991 war Somalia im Bürgerkrieg versunken. Eine US-geführte Friedensmission sollte ab 1992 wieder für Stabilität sorgen, doch die Gewalt eskalierte. Als 1993 eine somalische Miliz in Mogadischu zwei Black-Hawk-Hubschrauber abschoss und 18 US-Soldaten tötete, zog der damalige US-Präsident Bill Clinton die Truppen wieder ab. Das Land am Horn von Afrika entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einem Rückzugsgebiet für Islamisten und einem Hort von Piraten.

Im vergangenen Jahr gelang es einer Eingreiftruppe der Afrikanischen Union (AMISOM) gemeinsam mit einheimischen Soldaten und äthiopischen Einheiten, die islamistische Shebab-Miliz zurückzudrängen. Die Islamisten wurden aus der Hauptstadt Mogadischu und allen anderen großen Städten des Landes vertrieben. Allerdings beherrschen die Rebellen noch immer große ländliche Gebiete im Zentrum und im Süden Somalias.

Quelle: n-tv.de, AFP