Politik
Statt dem Bild ist auf der russischen Ikea-Seite nur noch eine Mitteilung zu sehen.
Statt dem Bild ist auf der russischen Ikea-Seite nur noch eine Mitteilung zu sehen.(Foto: Screenshot n-tv.de)
Mittwoch, 26. September 2012

Foto mit Strumpfmasken entfernt: Ikea zensiert Pussy-Riot-Bild

Hier kommt der Autor hin

Bei den Nutzern ist es der beliebteste Beitrag einer Werbeaktion, doch dem schwedischen Möbelhaus Ikea ist das Bild zu heikel: Es zeigt vier Menschen mit Strumpfmasken - im Stil der verurteilten Band Pussy Riot. Das Bild wird gelöscht - das Unternehmen möchte keine Agitation auf seiner Seite, heißt es. Das Parlament will derweil religiöse Gefühle besser schützen.

Die Möbelkette Ikea hat ein Bild von vier Jugendlichen mit Strumpfmasken im Stil der Polit-Punkband Pussy Riot von ihrer russischen Webseite gelöscht. Die mutmaßlichen Unterstützer der Musikerinnen hatten sich laut einem Bericht des "Wall Street Journals" bei einer Werbeaktion des Unternehmens auf Ikea-Möbeln ablichten lassen. In einer Abstimmung der Nutzer erreichte das Bild den ersten Platz.

Anstelle des Fotos war nun allerdings nur noch eine Erklärung des Unternehmens zu sehen: "Ikea ist eine wirtschaftliche Organisation, die unabhängig von Politik und Religion arbeitet. Wir wollen nicht zulassen, dass unser Werbeprojekt als Ort für Agitation jedweder Art ausgenutzt wird."

Das "Wall Street Journal" berichtete, das Foto sei bereits am Freitag von der Seite entfernt worden. Drei Frauen der russischen Punkband Pussy Riot waren im August Pussy Riot schuldig , weil sie in einer Kirche gegen Präsident Wladimir Putin demonstriert hatten. Ihre farbigen Sturmhauben sind zum Symbol des Protests geworden. Ikea betreibt in Russland 14 Ikea-Einrichtungshäuser.

Als Konsequenz des Protests von Pussy Riot gegen Kremlchef Wladimir Putin in einer Kirche will Russland derweil die Verletzung religiöser Gefühle künftig als Verbrechen bestrafen. Das im Parlament eingebrachte Gesetz sehe Haftstrafen bis zu drei Jahren für Gotteslästerer und bis zu fünf Jahren für die Beschädigung von Heiligtümern vor. Das sagte der Abgeordnete Jaroslaw Nilow der Agentur Interfax. Der Kreml begrüßte die Initiative.

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Quelle: n-tv.de