Politik
Freitag, 02. September 2011

Ladung für Atomraketen: Iran baut bald alles selbst

Die Internationale Atomenergie-Behörde erhält immer neue Geheimdienstinformationen, die den Schluss zulassen, dass der Iran mit seinen Atomplänen vorankommt. Schon bald könnte das Land die vollständige Ausrüstung und alles Atommaterial herstellen, das nötig ist, um sein Atomprogramm zum Laufen zu bringen.

Die internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat sich zunehmend besorgt darüber geäußert, dass der Iran an einer militärischen Nutzung von radioaktivem Material arbeiten könnte. Möglicherweise entwickle der Iran eine atomare Ladung für eine Rakete, erklärte die IAEA in einem Bericht, der mehreren Nachrichtenagenturen vorliegt.

Die Nuklearanlage in Natanz.
Die Nuklearanlage in Natanz.(Foto: AP)

Der Iran habe zudem damit begonnen, in einem unterirdischen Bunker nahe der Stadt Kom Geräte für eine höhere Anreicherung von Uran zu installieren. In einer anderen Anlage habe der Iran seine Zentrifugen durch modernere Modelle ersetzt. Die Produktion von niedrig angereichertem Uran habe im August im Iran bei 4,5 Tonnen gelegen, nach 4,1 Tonnen im Mai. IAEA-Chefinspektor Herman Nackaerts sei zu einem Besuch in einer Anlage zur Herstellung von Zentrifugen und einer Fabrik zur Herstellung von Kernbrennstoff eingeladen worden.

Der Bericht zeigt den Informationen zufolge, dass das islamische Land mit seinen Plänen vorankommt, selbstständig die vollständige Ausrüstung und alles Atommaterial herzustellen, das nötig ist, um sein Atomprogramm ins Laufen zu bringen.

Die IAEA kündigte unterdessen für den 21. und 22. November in Wien Gespräche über die Schaffung einer atomwaffenfreien Zone im Nahen Osten an. Obwohl mehrere Mitgliedstaaten bereis im Jahr 2000 die Bildung eines Forums zur Diskussion dieser Frage angeregt hatten, kam dies bisher nicht zustande. Nach einem Brief von IAEA-Generalsekretär Yukiya Amano an die Mitgliedsstaaten im Nahen Osten hätten diese aber ihre Bereitschaft zu einem solchen Forum signalisiert, hieß es in der Erklärung.

Auf dem Treffen soll demnach diskutiert werden, wie aus den Beispielen anderer atomwaffenfreier Zonen gelernt werden könne. Bisher existieren solche Zonen in Afrika, Lateinamerika, Südostasien, Zentralasien, der Karibik, dem Südpazifik und unbewohnten Gegenden wie der Antarktis, dem Weltraum und dem Meeresgrund. Es wird allgemein angenommen, dass Israel über Atomwaffen verfügt. Der Iran und auch Syrien werden verdächtigt, ebenfalls nach Atomwaffen zu streben. Beide Länder streiten dies ab.

Quelle: n-tv.de