Politik

See-Manöver über Weihnachten Iran entsendet Kriegsschiffe

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Leistungsschau vor aller Welt: Ein iranischer Zerstörer feuert eine Antischiffsrakete ab (Archivbild).

(Foto: REUTERS)

Dem Rohölmarkt stehen unruhige Tage bevor: Teheran kündigt umfangreiche Kriegsspiele der iranischen Marine an. Zehn Tage lang wollen die Militärs mit ihren Fregatten und Zerstörern in der Straße von Hormus üben. Das Manöver beginnt wie zufällig an Heiligabend - und könnte eine der wichtigsten Schifffahrtsstraßen der Welt blockieren.

Die iranische Kriegsmarine wird nach Berichten des staatlichen Fernsehens am kommenden Samstag eine zehntägige Übung an der Straße von Hormus beginnen.

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Der Kommandant der iranischen Marine: Mit dem Zeigestock pflügt Habibulah Sajari über die Weltmeere.

(Foto: REUTERS)

Das Fernsehen zitierte Marinechef Habibulah Sajari mit den Worten, die Übung solle die Entschlossenheit der iranischen Streitkräfte demonstrieren sowie ihre Fähigkeit zur Verteidigung und Abschreckung.

Das Manövergebiet erstreckt sich den vorliegenden Angaben zufolge über ein riesiges Seegebiet. In dem Bericht ist von einer Ausdehnung vom Golf von Aden an der Einfahrt zum Roten Meer zwischen Jemen und Somalia bis zur Straße von Hormus die Rede.

Die iranische Marine wird ihre groß angelegte Manövertätigkeit damit nicht nur in politisch extrem angespannten Regionen entfalten, sondern gleichzeitig auch zusätzliche Schiffsbewegungen in ohnehin dicht befahrene Gewässer tragen. Unklar blieb zunächst, ob bei die iranischen Seestreitkräfte auch mit scharfer Munition üben sollten. In diesem Fall müssten größere Seegebiete für die Handelsschifffahrt gesperrt werden.

Flaschenhals voller Öl-Tanker

Das dürfte dann vor allem in den stark frequentierten Schifffahrtsstraßen zu erheblichen Behinderungen führen. Als geostrategisch besonders heikel gilt dabei die Meerenge am Eingang zum persischen Golf. Die an ihrer engsten Stelle nur knapp 40 Kilometer breite Straße von Hormus ist für größere Frachtschiffe über längere Abschnitte nur in einer Fahrrinne von etwa sechs Kilometern Breite befahrbar. Die Wasserstraße trennt die Vereinigten Arabischen Emirate und Oman im Süden von der iranischen Küste im Norden.

Die Straße von Hormus gilt als Nadelöhr der Weltwirtschaft: Durch diesen geopolitischen Brennpunkt wickeln mehrere große Ölförderstaaten ihre Exporte ab. Nahezu der gesamte Ölexport Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwaits, des Irak und des Iran muss diese Gewässer passieren. Auch das Emirat Katar liefert sein Flüssiggas fast ausschließlich über die Meerenge aus. Dazu kommen unzählige Containerschiffe, Schüttgutfrachter, Fischerboote und vereinzelt auch Kreuzfahrtschiffe.

Aufgrund der besonderen Bedeutung der Straße von Hormus kreuzen in der Region größere Kontingente an Kriegsschiffen der Fünften US-Flotte. Im Golf von Aden kreuzen im Rahmen einer EU-Mission auch Kräfte der Bundesmarine.

Quelle: n-tv.de, mmo/rts

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