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Putin kündigt Einsatzende an Iran sieht IS in Syrien besiegt

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Syriens Präsident Baschar al-Assad traf Wladimir Putin im russischen Badeort Sotschi.

dpa

Die iranischen Revolutionsgarden verkünden, die Terrormiliz Islamischer Staat sei in Syrien besiegt. Machthaber Assad trifft sich mit Russlands Präsidenten Putin, der das Ende des Militäreinsatzes beim Verbündeten ankündigt. Putin wird auch mit Trump sprechen.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ist nach Einschätzung des Irans sowohl in Syrien als auch in Irak inzwischen endgültig besiegt. "Die teuflische Herrschaft des IS ist beendet", zitierten alle iranischen Medien Ghassem Sulejmani, Kommandeur der Al-Ghods-Einheit der Revolutionsgarden. Sie war in den vergangenen Jahren im Kampf gegen den IS eingesetzt. Dies sei ein historischer Sieg für die Regierungen und Völker des Iraks und Syriens sowie den Iran, hieß es in einem Schreiben Ghassems an Irans obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei.

Der Iran hat stets behauptet, dass die Revolutionsgarden im Irak und in Syrien nur als militärische Berater im Kampf gegen den IS tätig seien. Es war allerdings offenkundig, dass besonders die Al-Ghods-Einheit auch aktiv an den Kämpfen beteiligt war und viele ihrer Soldaten, besonders in Syrien, ums Leben kamen. Für den sunnitischen IS hatte der schiitische Iran den gleichen Status wie Ungläubige.

Nach Angaben der internationalen Anti-US-Koalition hat der IS in Syrien mehr als 95 Prozent seines früheren Gebietes verloren. Vertrieben wurden die Extremisten unter anderem aus ihren Hochburgen Mossul im Irak sowie Al-Rakka und Dair as-Saur in Syrien. Sie kontrollieren im Wesentlichen nur noch ein von Wüste geprägtes Gebiet an der Grenze zwischen beiden Ländern.

In Syrien herrscht noch immer Bürgerkrieg, Rebellen kämpfen seit Jahren gegen Machthaber Baschar al-Assad. Der traf im russischen Badeort Sotschi den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Putin erklärte in dem Gespräch, der Militäreinsatz in Syrien komme "jetzt tatsächlich zu einem Ende", wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass berichtete. Nun gehe es darum, politische Prozesse einzuleiten.

Putin will am Mittwoch bei einem Dreiergipfel mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan und dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani ebenfalls in Sotschi über Syrien beraten. Zudem will der russische Präsident am Dienstag mit US-Präsident Donald Trump am Telefon über die Lage in dem Bürgerkriegsland sprechen, wie die russische Nachrichtenagentur Interfax meldete.

Keimzellen eines möglichen Friedens

Assad verlässt Syrien offiziell nur noch selten. Im Oktober 2015 war er in Moskau mit Putin zusammengetroffen. Russland zählt neben dem Iran zum wichtigsten Verbündeten der syrischen Regierung. Die Türkei unterstützt hingegen die Rebellen. Seit März 2011 wurden mehr als 330.000 Menschen in dem Land getötet. Bei einer Reihe von Gesprächen im kasachischen Astana wurde die Einrichtung sogenannter Deeskalationszonen vereinbart, in denen regionale Waffenruhen zwischen Rebellen und Regierungstruppen gelten. Die könnten wie Keimzellen des Friedens wirken.

Seit vergangenem Jahr haben sich die Türkei und Russland aber deutlich angenähert, und Putin und Erdogan treffen sich regelmäßig zu Gesprächen. Für die Türkei liegt die Priorität in Syrien auch nicht mehr auf dem Sturz Assads, sondern auf einem Zurückdrängen der Kurden.

Putin sagte in Sotschi, er sei erfreut, die Bereitschaft von Assad zu sehen, mit jedem zusammenzuarbeiten, der bereit sei, Frieden aufzubauen und Lösungen zu finden. Bislang seien große Erfolge erzielt worden, sowohl auf dem Schlachtfeld als auch auf politischem Gebiet. Viele Gebiete in Syrien seien von Terroristen befreit worden, und geflohene Zivilisten könnten nun zurückkehren.

Assad erklärte nach Angaben des syrischen Präsidentenbüros, der Krieg gegen den Terror habe in Syrien wichtige humanitäre, militärische und politische Ergebnisse erzielt. Viele Gebiete seien wieder sicher. Er danke den russischen Soldaten und sei sehr glücklich, sie auf syrischem Boden zu wissen. Russland fliegt seit mehr als zwei Jahren Luftangriffe in dem Bürgerkriegsland.

Quelle: n-tv.de, rpe/dpa

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