Politik

Der Syrienkrieg lockt Isis-Dschihadisten rekrutieren via Twitter

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Dschihad-Interessenten gelangen über den Twitter-Account der Terrorgruppe Isis an ihre Vermittler.

Alles Westliche ist unter radikalen Islamisten verpönt. Doch im Kampf für den Gottesstaat, den sie in Syrien errichten wollen, machen sie eine Ausnahme: Über Chats in sozialen Netzwerken wirbt ein ganzes Team Rekruten aus aller Welt an.

Dschihadisten in Syrien nutzen die westliche Technologie der sozialen Netzwerke, um Rekruten aus aller Welt zu gewinnen. Wie CNN berichtet, beschäftigt etwa die Gruppe "Islamischer Staat im Irak und in Syrien" (Isis) eigens Männer, die sich nur mit der Rekrutierung via Twitter beschäftigen. Ein Aussteiger hat dem Sender ein seltenes Interview gegeben, in dem er Einblick in diese Arbeit gewährt. Der Syrer ist aus der von Isis kontrollierten Euphrat-Stadt Raqqa geflohen, nachdem die Terroristen zwei seiner Verwandten umgebracht hatten.

Über den Twitter-Account der Isis-Zelle in Raqqa hat der Mann stundenlang mit den Terrorrekruten gechattet und deren Fragen beantwortet. Dabei wurde aber auch dieser Terrorhelfer permanent überwacht. "Es ist nur schriftliche Kommunikation erlaubt. Direkte Gespräche via Skype sind verboten. Alles muss schriftlich vorliegen", erklärt er. Bei religiösen Fragen habe er immer erst die Anführer fragen müssen, was er antworten solle.

Abu Salha wird als erster US-Amerikaner zum "Märtyrer"

Der CNN-Informant berichtet zum Beispiel von einem jungen Mann aus Manchester, der sich Ibrahim nannte und für Isis in Syrien kämpfen wollte. Ob er diesen tatsächlich vermittelt hat, wird nicht klar. Ein anderer habe sich erkundigt, ob es besser sei, nach Syrien zu kommen, oder lieber in seinem Heimatland den Heiligen Krieg kämpfen solle. Die Antwort: "Wenn Gott dir nicht in Syrien das Märtyrertum schenkt, kannst du immer noch in deinem Land auf den Krieg warten."

Ein solcher westlicher Rekrut war auch ein Amerikaner, der sich Abu Salha nannte. Er soll in Raqqa stadtbekannt gewesen sein. Laut CNN ist der junge Mann mit dem rötlichen Vollbart der erste US-Bürger, der im Syrienkrieg als Dschihadist gestorben ist. Er hat sich bei einem Attentat mit einer gewaltigen Explosion in die Luft gesprengt.

Der Beitrag zeigt an einem konkreten Beispiel, wie weit die Netze dieser barbarisch agierenden Terrorgruppen bereits in westliche Staaten reichen. Die Gefahr durch radikalisierte Rückkehrer aus dem Syrienkrieg bereitet westlichen Geheimdiensten schon seit geraumer Zeit Sorgen. Nach Angaben des Informanten werden die westlichen Rekruten vor ihren Einsätzen in Syrien eingehend geprüft. Doch die genießen auch eine Sonderbehandlung, weil durch sie der Terror weiter in die Welt getragen werden kann.

Quelle: n-tv.de

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