Politik

Prozess gegen Gbagbo-Vertraute Ivorer arbeiten Gewalt auf

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General Brunot Dogbo Blé wird zum Gerichtssaal gebracht.

(Foto: REUTERS)

Eigentlich ist die Elfenbeinküste ein demokratisches Land, doch als vor zwei Jahren der Präsident abgewählt wird, gibt er sein Amt nicht her. Das Land versinkt für Monate in Gewalt. Nun beginnt die Aufarbeitung.

In der Elfenbeinküste hat der erste große Militärprozess im Zusammenhang mit der Gewalt nach der Machtkampf in der Elfenbeinküste begonnen. Insgesamt fünf Vertraute des früheren ivorischen Präsidenten Laurent Gbagbo müssen sich zunächst vor dem Gericht in Abidjan, wo sich der Regierungssitz befindet, wegen Mordes, Verschleppung und Beihilfe zum Mord verantworten. Unter den Angeklagten ist auch der General Brunot Dogbo Blé, ein führendes Mitglied des Sicherheitsapparats Gbagbos.

In dem Fall geht es um die Ermordung des Militärs Adama Dosso im März 2011. Dieser stand Gbagbos damaligem Herausforderer Ouattara setzt auf Aussöhnung nahe. Insgesamt müssen sich nach Angaben der Militärstaatsanwaltschaft in naher Zukunft rund 40 Gbagbo nahestehende Armeevertreter in einer Reihe von Prozessen für Vergehen in der Zeit nach der Wahl verantworten. Ihnen werden unter anderem Verschleppung, Mord, Raub und Vergewaltigung vorgeworfen. Dogbo Blé und weitere frühere Politiker müssen sich außerdem vor der zivilen Justiz wegen Völkermords verantworten.

In der Elfenbeinküste gab es nach der Präsidentschaftswahl im November 2010 monatelange Unruhen, nachdem sich Gbagbo weigerte, die Macht an den Wahlsieger Ouattara abzugeben. Der Machtkampf, bei dem rund 3000 Menschen getötet wurden, endete im April 2011 mit der Festnahme Gbagbos. Gbagbo sitzt hinter Gittern Ihm werden unter anderem Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen.

Quelle: n-tv.de, AFP

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