Politik

Attentäter von Charlottesville James Alex Fields verehrte Hitler

Bei einer Demonstration gegen Rechtsextreme in Charlottesville rast ein Auto in eine Menschengruppe. Am Steuer sitzt James Alex Fields Junior. Wer ist dieser Mann?

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James Alex Fields Junior war schon in der neunten Klasse ein großer Bewunderer Adolf Hitlers.

(Foto: REUTERS)

Bei einer Neonazi-Demonstration mit reichlich Hakenkreuzen, Hitlergrüßen und anderen gespenstischen Szenen in Charlottesville (US-Bundesstaat Virginia) rast ein silbergrauer Dodge in eine Menschenmenge von Gegendemonstranten. Eine junge Frau stirbt, 19 Menschen werden verletzt. Als Verdächtigen nimmt die Polizei den 20-jährigen James Alex Fields Junior in Gewahrsam.

Zwei Tage nach der blutigen Auto-Attacke wird immer mehr über den mutmaßlichen Täter bekannt. Wie die "New York Times" berichtet, soll der aus Kenton (Bundesstaat Kentucky) stammende Fields bisher kein einfaches Leben gehabt haben. Demnach wuchs er bei seiner gelähmten Mutter Samantha Lea Bloom auf, bevor er vor rund einem halben Jahr alleine nach Maumee in Ohio zog. Sein Vater starb noch vor seiner Geburt.

Ein Onkel beschreibt den jungen Mann in der "Washington Post" als "nicht wirklich freundlich, eher dumpf". Andere Bekannte und Nachbarn sagten, er habe sehr zurückgezogen gelebt und Schwierigkeiten gehabt, Freunde zu finden und dass seine Mutter es mit ihm oft sehr schwer gehabt haben soll, aber immer das Beste für ihren Sohn wollte.

Auffällig soll Fields allerdings schon in der Schule gewesen sein. Seinem früheren Lehrer aus Union im Bundesstaat Kentucky zufolge hegte Fields bereits in der neunten Klasse große Sympathien für die Nazis. "Es war offensichtlich, dass er vom Nationalsozialismus fasziniert war und Adolf Hitler verehrte", sagte Derek Weimer der "Washington Post" und bezog sich auf eine schriftliche Hausarbeit des mutmaßlichen Täters über die Wehrmacht.

"Sein Weltbild ging von der Überlegenheit der Weißen aus. Er hat dieses Zeug wirklich geglaubt." Die Arbeit sei gut geschrieben gewesen, habe aber zugleich wie eine Liebeserklärung ans deutsche Militär und die Waffen-SS gewirkt. Weimer habe versucht, ihn davon abzubringen, müsse sich aber eingestehen, damit gescheitert zu sein. "Zukünftig müssen wir noch wachsamer sein, weil genau so etwas unser Land kaputt macht", warnt Weimer.

Fields Mutter beteuerte, sie habe nicht gewusst, dass ihr Sohn offenbar mit Anhängern einer radikalen weißen Gruppe zu tun hatte. Zu der Demonstration in Charlottesville, die er besuchen wollte, habe sie ihm gesagt, er solle vorsichtig und friedlich sein. "Ich dachte, es hätte etwas mit Trump zu tun."

Bei der Demonstration in Charlottesville soll Fields mit einem Schild gesehen worden sein, das das Logo der Gruppe Vanguard America gehöre, in der sich weiße Nationalisten organisieren. Auf Twitter veröffentlichte die Gruppe ein Statement, in dem sie mitteilte, Fields sei "in keiner Weise Mitglied von Vanguard America". Die Schilder seien in Charlottesville an jeden verteilt worden.

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Quelle: n-tv.de, dsi

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