Politik

Eine Metapher für den Brexit Johnson geht in Biarritz baden

123551708.jpg

Sucht auch auf dem G7-Gipfel in Biarritz nach Auswegen aus dem Brexit-Dilemma: Boris Johnson nach seinem Schwimmausflug.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Felsen in Biarritz sind spektakulär. Der britische Premier will um einen herumgeschwommen sein und versteht das als Symbol für den Brexit: Es sei kein Loch im Felsen zu sehen, aber er suche den Weg hindurch. Am Rande des G7-Gipfels kursieren Gerüchte, dass er die EU mit der Brexit-Rechnung erpresst.

Boris Johnson hat sich während des G7-Gipfels in Biarritz eine kurze Auszeit im Meer genehmigt. Vor seinen Treffen mit den beiden Donalds (Trump und Tusk) ging der britische Regierungschef in der Nähe des Tagungsortes im Atlantik Schwimmen. "Ich bin um diesen Felsen herumgeschwommen", offenbarte Johnson dem Sender ITV und versuchte gleichzeitig, seine Schwimmeinheit zu einer Metapher im Brexit-Streit zu machen. "Von hier aus kann man nicht sagen, dass es ein gigantisches Loch in diesem Felsen gibt. Es gibt einen Weg hindurch. Mein Punkt an die EU ist, dass es einen Weg hindurch gibt. Den findet man aber nicht, wenn man nur am Strand sitzt."

Einem Medienbericht zufolge will Johnson im Falle eines Brexits ohne Abkommen noch ausstehende Zahlungen an die EU kürzen. Sollte es zu einem sogenannten No-Deal-Brexit kommen, könnte Großbritannien nur neun statt der geplanten 39 Milliarden Pfund zahlen, berichtete der Nachrichtensender Sky News. Die unter Johnsons Vorgängerin Theresa May vereinbarte Brexit-Schlussrechnung verliere im Falle eines fehlenden Abkommens an Gültigkeit.

Eine Bestätigung für den Bericht gab es zunächst nicht. Aus EU-Kreisen hieß es nach dem Treffen zwischen Johnson und Tusk in Biarritz, das Thema sei von der britischen Seite nicht angesprochen worden. Zudem wurde betont, dass die von Johnson genannte Summe von 39 Milliarden Pfund, umgerechnet 43 Milliarden Euro, keine EU-Zahl sei. Die Abschlussrechnung könne niedriger ausfallen. Sie werde erst bekanntgegeben, wenn feststehe, wann Großbritannien die EU verlasse.

*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, mau/dpa

Mehr zum Thema