Politik

Drahtzieher in Mordfall? Justiz ermittelt wieder gegen Chodorkowski

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Michail Chodorkowski hält sich derzeit in der Schweiz auf.

(Foto: picture alliance / dpa)

Seit seiner Begnadigung im Jahr 2013 hält sich Michail Chodorkowski im Schweizer Exil auf. Nun steht er wieder im Visier der russischen Justiz: Er geht um den Mord an einem sibirischen Bürgermeister.

Russische Ermittler haben den Vater des Kreml-Kritikers Michail Chodorkowski wegen eines Mordes befragt, bei dem sie den Sohn als möglichen Drahtzieher im Verdacht haben. Der 82-jährige Boris Chodorkowski wurde zur Befragung zu einem nicht näher genannten Mordfall einbestellt, wie sein Anwalt Sergej Badamschin sagte. Bei der Befragung sei aber klar geworden, dass es um Ermittlungen gegen seinen Sohn wegen des Verdachts geht, 1998 den Mord an einem sibirischen Bürgermeister angeordnet zu haben.

Das Ermittlungskomitee hatte Ende Juni mitgeteilt, dass neue Beweismittel im Fall des Mordes am Bürgermeister von Neftejugansk, Wladimir Petuchow, vorlägen. Es könne sein, dass Chodorkowski als Chef des Ölkonzerns Yukos den Mord persönlich angeordnet habe, erklärte ein Sprecher. Das Komitee kündigte an, neben anderen Verdächtigen und Zeugen auch Chodorkowski zu befragen. Dass er sich im Schweizer Exil aufhalte, sei dabei kein Hindernis.

Chodorkowski bezeichnete die Vorwürfe als politisch motiviert. Der Chef des inzwischen zerschlagenen Yukos-Konzerns war 2003 festgenommen und wegen Betrugs und Steuerhinterziehung zu jahrelanger Lagerhaft verurteilt worden. Nach seiner Begnadigung 2013 reiste der Kreml-Kritiker zunächst nach Berlin aus, bevor er in die Schweiz zog. Im vergangenen Jahr rief er die Oppositionsbewegung Offenes Russland ins Leben, die sich für Rechtsstaatlichkeit und freie Wahlen einsetzt.

Quelle: ntv.de, jja/AFP

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