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Ägypter sterben bei Anti-Terror-Einsatz Kairo verlangt Klarheit von Israel

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Ägyptische Soldaten sichern Übergang El-Arish, im Norden des Sinai.

dpa

Ägypten verlangt von Israel Aufklärung zu den Umständen des Todes dreier ägyptischer Polizisten. Sie sollen ums Leben gekommen sein, als ein israelischer Kampfhubschrauber eine Rakete auf mutmaßliche palästinensische Extremisten abfeuerte. Seit dem Anschlag bricht die Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern wieder aus. Dabei werden mehr als 20 Menschen getötet.

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Verteidigungsminister Barak besucht die Soldaten an der israelisch-ägyptischen Grenze.

(Foto: dpa)

Die Regierung in Kairo hat von Israel eine Untersuchung des Todes von drei ägyptischen Sicherheitskräften nach einem Angreifer beschießen Reisende verlangt. Die ägyptische Armee reichte formellen Protest ein. Ein ägyptischer Offizier und zwei Wachen waren am Donnerstag getötet worden, als israelische Soldaten die Verantwortlichen für einen Anschlag in Richtung Grenze verfolgten. Nach israelischer Darstellung drangen palästinensische Extremisten aus dem Gazastreifen über die ägyptische Sinai-Halbinsel in Südisrael ein. Ägypten hat dies zurückgewiesen.

Die tödlichen Anschläge führten zu einer neuen Serie der Gewalt im Nahen Osten. Nach Attacken aus dem Gazastreifen auf Israel drohte Armeesprecher Joaw Mordechai mit einer Bodenoffensive; aus dem Gebiet waren Raketen auf Israel abgefeuert worden.

Israel droht mit Bodenoffensive

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Israelische Soldaten trauern bei der Beisetzung ihrer Kameraden.

(Foto: AP)

"Wenn die Hamas eine Eskalation will, dann wird sie einen hohen Preis zahlen", sagte Mordechai nach der Anschlagsserie nahe des südisraelischen Badeorts Eilat vom Vortag. Es stünden "alle Optionen" offen, auch eine Bodenoffensive.

Israel macht radikale Palästinenser für die Anschläge verantwortlich, bei der acht Israelis getötet worden waren. Kurz nach den Anschlägen hatte Israel Luftangriffe auf den von der Hamas kontrollierten Gazastreifen geflogen und dabei sechs Palästinenser getötet. Am Freitag wurden nach Angaben palästinensischer Rettungskräfte bei weiteren Luftangriffen mindestens drei Palästinenser getötet.

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Palästinenser tragen einen 13-Jährigen zu Grabe, der bei den israelischen Vergeltungsschlägen ums Leben kam.

(Foto: AP)

Unter den Toten war auch der Anführer des palästinensischen Volkswiderstandskomitees, einer bewaffneten Palästinensergruppe, die von Israel direkt für die Anschläge verantwortlich gemacht wird, ein Jugendlicher und ein Baby. Die Gruppe kündigte Vergeltungsmaßnahmen an. Ein Sprecher sagte aber, die Gruppe stehe nicht hinter den Anschlägen vom Donnerstag. Gleichwohl werde der Angriff "begrüßt".

Tod der Ägypter noch ungeklärt

Zu den Umständen des Todes von drei ägyptischen Polizisten gab es widersprüchliche Angaben. Nach der Version aus Kairo, starben sie am Donnerstag, als ein israelischer Kampfhubschrauber eine Rakete auf mutmaßliche palästinensische Extremisten abfeuerte. Der Zeitung "El Ahram" zufolge wurden sie von bewaffneten Männern getötet, die versuchten, von Israel aus nach Ägypten einzudringen. Aus Sicherheitskreisen hieß es, am Donnerstag und Freitag seien insgesamt sechs Polizisten getötet worden.

Ägyptens Generalstabschef Sami Anan wollte nach Armeeangaben in den Sinai reisen, um Informationen zum Tod der Beamten zu erhalten.

Das Auswärtige Amt in Berlin gab einen neuen Reisehinweis für Israel und die Palästinensergebiete heraus. Vor Reisen in den Gazastreifen werde dringend gewarnt, zudem werde von Aufenthalten im israelischen Grenzgebiet zum Gazastreifen abgeraten, hieß es darin.

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa/rts

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