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Fluorkohlenwasserstoffe sind ein noch stärkeres Treibhausgas als Kohlendioxid.
Fluorkohlenwasserstoffe sind ein noch stärkeres Treibhausgas als Kohlendioxid.(Foto: picture alliance / dpa)
Samstag, 15. Oktober 2016

Ersatzstoff mit großen Nachteilen: Klimakiller FKW sollen abgeschafft werden

Weil FCKW die Ozonschicht angreifen, ersetzte man sie durch chlorfreie FKW. Doch die tragen, wie man inzwischen weiß, massiv zur Erderwärmung bei. Nun sollen sie schrittweise abgeschafft werden - ein Meilenstein in der Bekämpfung des Klimawandels.

Bei den Verhandlungen der Weltgemeinschaft über ein Verbot der klimaschädlichen Fluorkohlenwasserstoffe, kurz FKW, ist eine Einigung erzielt worden. Die Vertreter von nahezu 200 Ländern verabschiedeten in der ruandischen Hauptstadt Kigali ein Abkommen zur schrittweisen Abschaffung der etwa in Kühlschränken oder Klimaanlagen zum Einsatz kommenden Gasverbindungen. Das teilte das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) mit. Der Kompromiss sei der größte Erfolg seit dem Ende des Pariser Klimagipfels von Ende 2015.

Nachdem im Montrealer Umweltabkommen von 1987 der Verzicht auf Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) vereinbart worden war, kamen FKW als Ersatzstoff zum Einsatz. Anders als FKW greifen sie nicht die Ozonschicht an. Seit einigen Jahren zeichnet sich jedoch ab, dass die FKW massiv zur Erderwärmung beitragen. Als Treibhausgase sind sie 100- bis 1000fach schlimmer als Kohlendioxid.

Ende Juli hatten Vertreter aus 25 Ländern in Wien in einer gemeinsamen Erklärung eine entsprechende Nachbesserung des Montrealer Protokolls verlangt. Auf der Konferenz in Kigali verpflichteten sich die USA, die meisten europäischen Länder sowie andere Industriestaaten, den Einsatz von FKW-Gasen bis 2019 um zehn und bis 2036 um 85 Prozent zu verringern. Schwellenländern wird mehr Zeit eingeräumt. Das Abkommen gilt als ein Meilenstein bei der Bekämpfung des Klimawandels.

US-Außenminister John Kerry sagte der BBC, es sei ein gewaltiger Schritt nach vorn. "Damit erhalten wir die Möglichkeit, die Erderwärmung um ein halbes Grad Celsius zu verringern." Auch die Europäische Union sprach von einem wichtigen Erfolg. "Das ist ein großer Sieg für das Klima. Wir haben den ersten konkreten Schritt getan, um die Ankündigungen von Paris vom vergangenen Dezember zu erfüllen", sagte Klimakommissar Miguel Arias Cañete nach EU-Angaben. 

Quelle: n-tv.de