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Oppositioneller in Lebensgefahr Kreml-Kritiker wohl in Russland vergiftet

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Kara-Mursa koordinierte zuletzt die Aktivitäten der Stiftung Offenes Russland.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der russische Kreml-Kritiker Kara-Mursa liegt nach einem Zusammenbruch im Krankenhaus und schwebt in Lebensgefahr. Bei ihm sei eine "schwere Vergiftung" diagnostiziert worden. Zuvor soll es bereits einen direkten Aufruf zum Mord gegeben haben.

Bei dem russischen Oppositionspolitiker und Kreml-Kritiker Wladimir Kara-Mursa ist von den Ärzten eine "schwere Vergiftung" diagnostiziert worden. Das sagte Kara-Mursas Frau Jewgenija der Nachrichtenagentur AFP. Ihr vor fünf Tagen nach einem Zusammenbruch in Moskau ins Krankenhaus eingelieferter Mann schwebe noch immer in Lebensgefahr, fügte Jewgenija Kara-Mursa hinzu. Die Vergiftung des 35-Jährigen sei mit einer "unbekannten Substanz" erfolgt.

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Wladimir Kara-Mursa lag bereits 2015 wegen einer hoher Konzentration von Schwermetallen im Krankenhaus.

(Foto: REUTERS)

Sie habe Blutproben ihres Mannes zur Untersuchung nach Frankreich und Israel geschickt, sagte Kara-Mursas Frau. Die Untersuchungen in Russland hätten kein Ergebnis gebracht. Kara-Mursa war bis zum vergangenen Jahr Vizechef der liberalen Parnas-Partei, die vom ehemaligen Ministerpräsidenten Michail Kasjanow geführt wird. Davor war er ein enger Verbündeter des prominenten russischen Oppositionellen Boris Nemzow, der 2015 in der Nähe des Kreml ermordet wurde.

"Folge der Straflosigkeit"

Zuletzt koordinierte Kara-Mursa die Aktivitäten der Stiftung Offenes Russland des ehemaligen Ölmagnaten Michail Chodorkowski. Dieser war wegen Betrugs und Steuerhinterziehung fast zehn Jahre lang inhaftiert, bevor der von ihm bekämpfte russische Präsident Wladimir Putin ihn Ende 2013 überraschend begnadigte.

2015 war Kara-Mursa nach einem plötzlichen Nierenversagen schon einmal in ein Moskauer Krankenhaus eingeliefert worden. Damals war eine hohe Konzentration an Schwermetallen in seinem Körper festgestellt worden.

Im vergangenen Jahr hatte der von Putin eingesetzte Präsident der russischen Kaukasusrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, auf seiner Seite im Online-Netzwerk Instagram ein Video veröffentlicht, in dem Kara-Mursa und Kasjanow im Fadenkreuz eines Gewehrs zu sehen waren. Kara-Mursa sagte damals, das Instagram-Video sei ein "direkter Aufruf zum Mord". Es sei die "Folge der Straflosigkeit", die seit der Ermordung von Nemzow herrsche.

Quelle: n-tv.de, vck/AFP

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