Politik

Scharfe Kritik an Ermittlungen Künstler solidarisieren sich mit Böhmermann

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Jan Böhmermann ist seit Tagen abgetaucht.

(Foto: dpa)

In einem Klima der Angst könne keine Kunst entstehen, schreiben zahlreiche Künstler in einem offenen Brief und fordern ein Ende der Ermittlungen gegen den Satiriker Böhmermann. Die Feuilletons sollten sich mit der Affäre beschäftigen, nicht die Gerichte.

Zahlreiche Schauspieler und Künstler haben sich in einem in der Wochenzeitung "Die Zeit" veröffentlichten offenen Brief mit Jan Böhmermann solidarisiert. In dem Schreiben fordern sie ein Ende der Ermittlungen gegen den Satiriker durch die Staatsanwaltschaft in Mainz. "Diskussionen über und Kritik an Jan Böhmermanns Erdogan-Gedicht gehören in die Feuilletons des Landes und nicht in einen Mainzer Gerichtssaal", heißt es darin.

Zu den Unterzeichnern zählen unter anderem die Schauspieler Matthias Brandt, Jan Josef Liefers, Peter Lohmeyer und Katja Riemann, der Pianist Igor Levit, die Schriftstellerin Thea Dorn sowie der Fernsehmoderator Klaas Heufer-Umlauf.

"Kunst kann nicht in einem Klima stattfinden, in dem sich Künstlerinnen und Künstler Gedanken darüber machen müssen, ob ihr Schaffen zur Strafanzeige führt, in dem sie beginnen, sich selber zu zensieren, oder zensiert zu werden", heißt es in dem offenen Brief. Es sei die Aufgabe von Kunst und Satire, öffentliche Diskurse zu entfachen.

Böhmermann hatte den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan vor knapp zwei Wochen in einem im Fernsehen verlesenen Gedicht mit scharfen Worten angegriffen. Die Bundesregierung prüft derzeit ein Ersuchen der türkischen Regierung, den Moderator wegen Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhaupts strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen. Erdogan stellte zudem persönlich Anzeige gegen Böhmermann wegen Beleidigung.

Quelle: ntv.de, ppo/AFP