Politik

Schutz vor häuslicher Gewalt Leere Hotels sollen Frauenhäuser entlasten

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Viel Platz in Deutschlands Ferienhochburgen: Die Familienministerin will solche Räume für Opfer häuslicher Gewalt anmieten lassen.

(Foto: imago images/Action Pictures)

Während Hotels und Ferienwohnungen leer stehen, könnte es in Frauenhäusern eng werden. Familienministerin Giffey will die Urlaubs-Vakanzen für Opfer häuslicher Gewalt nutzen. Länder und Kommunen sollen ab sofort zusätzliche Räume für Quarantäne-Opfer anmieten dürfen.

Überfüllte Frauenhäuser können in der Corona-Krise kurzfristig Hotels und Ferienwohnungen nutzen. Sollten Frauenhauskapazitäten erschöpft sein, könne die Unterbringung unbürokratisch durch Länder und Kommunen ausgeweitet werden, teilte Bundesfrauenministerin Franziska Giffey mit. Zuvor hatte die Sozialdemokratin bereits über Facebook eine Einigung mit den zuständigen Länderministern verkündet. Demnach sollen entsprechende Räumlichkeiten durch Länder und Kommunen kurzfristig angemietet werden können. Experten erwarten eine Zunahme von Fällen häuslicher Gewalt in der Corona-Krise.

"Auch in Zeiten von Corona müssen Frauen, die von Gewalt betroffen sind, die Hilfe bekommen, die sie benötigen", teilte Giffey mit. Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" sei gerade auch in der aktuellen Corona-Krise unverzichtbar. Neben dem bundesweiten Hilfetelefon würden auch vorhandene telefonische Beratungsangebote wie die "Nummer gegen Kummer" für Kinder und Jugendliche oder das Elterntelefon gestärkt. Zudem würden im Netz niedrigschwellige Hilfsangebote ausgebaut. Angesichts der Corona-Krise könnte Druck und Konflikte in Familien auch in Gewalt gegen Kinder und Jugendliche münden, hieß es. Unter der kostenfreien Nummer 08000 116 016 erhalten Frauen Erst- und Krisenunterstützung. Anruferinnen können anonym bleiben und Beratung in insgesamt 18 Sprachen erhalten.

Auf andere Formen von Kriminalität wirken sich die Ausgangsbeschränkungen in Deutschland dagegen dämpfend aus. Schlägereien betrunkener Menschen in Kneipen oder nach Fußballspielen gibt es derzeit nicht. Zurückgehen dürfte auch die Zahl der Raubüberfälle, weil sich nachts kaum noch Opfer auf den Straßen befinden. "Aufgrund der starken Abnahme des Straßenverkehrs sind auch die Verkehrsdelikte deutlich rückläufig", sagte Kriminaloberrätin Elke Schönwald vom Polizeipräsidium Mittelfranken.

Quelle: ntv.de, mau/dpa/AFP