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Grenze zwischen Ägypten und Israel Luftwaffe stoppt Extremisten

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Die israelisch-ägyptische Grenze an der Sinai-Wüste wird ausgebaut.

(Foto: REUTERS)

Vor wenigen Tagen warnt Israel vor Attentätern auf der Sinai-Halbinsel - nun überfällt ein Kommando einen ägyptischen Grenzposten. In Beduinenkleidung entwenden Extremisten zwei Fahrzeuge und mähen Soldaten nieder. Auf die Region gehen Raketen und Granaten nieder. Israel reagiert resolut und schickt seine Luftwaffe.

Bei einem Überfall auf einen ägyptischen Sinai-Kontrollposten an der Grenze zu Israel sind nach abweichenden Angaben bis zu 15 Soldaten getötet worden. Die mutmaßlich islamistischen Extremisten versuchten anschließend, auf israelisches Gebiet vorzudringen. Während der Sender Al-Arabija von 15 getöteten Grenzschützern berichtete, bestätigten Sicherheitskräfte der Nachrichtenagentur dpa den Tod von 10 Soldaten.

Schwer bewaffnete Extremisten sollen die Grenzsoldaten nach Einbruch der Dunkelheit beim Fastenbrechen im Ramadan überfallen und beschossen haben. Die Angreifer seien anschließend mit entwendeten Patrouillenfahrzeugen zum Grenzübergang Karm Abu Salem gefahren und hätten auf israelisches Territorium gefeuert. Der Grenzübergang befindet sich auch in der Nähe zum Gazastreifen.

In einem Krankenhaus der ägyptischen Provinzhauptstadt Al-Arisch wurde bestätigt, dass vier mit Schusswunden verletzte Soldaten behandelt würden.

"Gewaltsamer Grenzübertritt"

Eine israelische Militärsprecherin teilte mit, dass zwei Fahrzeuge nach dem gewaltsamen Grenzübertritt gestoppt worden seien. Ein Auto sei explodiert, das zweite aus der Luft von den israelischen Streitkräften zerstört worden. Im israelischen Rundfunk hieß es, ein Kampfhubschrauber habe das Fahrzeug angegriffen und dabei drei "Terroristen" getötet.

In der israelischen Grenzregion seien am Abend zudem Dutzende Raketen und Mörsergranaten eingeschlagen, berichtete die Zeitung "Haaretz". Die israelischen Bewohner des Gebietes wurden aufgefordert, sich in ihren Häusern zu verbarrikadieren. Im Sinai ansässige militante Islamisten werden für mehrere Raketenangriffe gegen Israel verantwortlich gemacht.

Im ägyptisch-israelischen Grenzgebiet ist es seit dem Sturz des ägyptischen Machthabers Husni Mubarak im Februar 2011 immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen mit islamischen Extremisten gekommen. Das israelische Büro zur Terrorbekämpfung hatte vor wenigen Tagen alle israelischen Staatsbürger aufgerufen, den Sinai "umgehend" zu verlassen, da es Warnungen vor Angriffen auf Israelis gebe.

Sicherheitszaun im Bau

Vor zwei Monaten hatten israelische Soldaten zwei schwer bewaffnete Männer erschossen, die nach Angaben des Militärs von Ägypten aus über die Grenze gekommen waren. Im vergangenen August hatten Terroristen, die vom Sinai gekommen waren, nördlich von Eilat acht Israelis getötet.

Israel baut einen Sicherheitszaun zum Sinai, der Terroristen, Schmuggler und illegale Einwanderer abhalten soll. Der Zaun, der etwa 230 Kilometer lang werden soll, ist nach Angaben der israelischen Armee von Mitte Juni fast fertig.

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

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