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Umstrittenes Urteil in Venezuela Maduro-Kritiker muss 13 Jahre in Haft

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Nach seiner Verhaftung im vergangenen Jahre protestierten Anhänger von Leopoldo López auf der Straße.

(Foto: REUTERS)

Die Regierung spricht von einem versuchten Putsch gegen Präsident Maduro, die Opposition von einem politisch motivierten Prozess. Am Ende steht eine lange Haftstrafe für Venezuelas Oppositionschef. Vor der Urteilsverkündung warnt dieser die Richterin.

Wegen Anstachelung zur Gewalt und Verschwörung hat ein Gericht in der venezolanischen Hauptstadt Caracas den Oppositionsführer Leopoldo López zu 13 Jahren, neun Monaten und sieben Tagen Haft verurteilt. López hatte im Februar 2014 zu Demonstrationen gegen die Regierung von Präsident Nicolás Maduro aufgerufen. Bei Straßenschlachten zwischen Oppositionellen und Regierungsanhängern kamen 43 Menschen ums Leben, über 800 wurden verletzt.

Der Oppositionschef sitzt seit eineinhalb Jahren im Militärgefängnis Ramo Verde in der Stadt Los Teques. Zahlreiche Länder und Organisationen sehen in López einen politischen Gefangenen und fordern seine Freilassung, darunter US-Präsident Barack Obama und der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Prinz Zaid Raad Al-Hussein.

Vor der Urteilsverkündung sagte López zu Richtern Susana Barrientos: "Wenn Sie mich verurteilen, werden Sie mehr Angst davor haben, die Strafe zu verlesen als ich, diese zu empfangen. Denn ich bin unschuldig." Sein Anwalt kündigte an, Berufung gegen das Urteil einzulegen.

"Ein ungerechtes Urteil, das sich auf Lügen stützt"

Neben dem Oppositionsführer und ehemaligen Bürgermeister der wohlhabenden Gemeinde Chacao im Großraum Caracas wurden auch die Studenten Cristian Holdack, Ángel González und Demián Martín verurteilt. Sie müssen ihre Haftstrafen aber wohl nicht antreten oder dürfen sie als Hausarrest verbüßen.

López' Parteifreunde kritisierten den Schuldspruch. "Das ist ein ungerechtes Urteil, das sich auf Lügen stützt", sagte der nationale Koordinator von Voluntad Popular, Freddy Guevara. Er warf Präsident Maduro vor, das Urteil aus politischen Gründen diktiert zu haben. "Heute zeigt sich einmal mehr, dass wir unter einem repressiven, antidemokratischen und korrupten Regime leben", sagte López' Frau Tintori. "Nach diesem ungerechten Schuldspruch kämpfen wir mit noch mehr Kraft weiter."

Die Regierungsgegner hatten im Februar 2014 gegen die schlechte Wirtschaftslage und die hohe Kriminalität in dem südamerikanischen Land demonstriert. Die Regierung Maduros wertete die Proteste hingegen als den Versuch eines Staatsstreichs.

Quelle: n-tv.de, kst/dpa/rts

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