Politik

Stephan Weil bei Klamroth "Manchmal werden Scherze Realität"

Auf Friedrich Merz als CDU-Chef hofft SPD-Ministerpräsident Stephan Weil nicht. "Die SPD muss ihre Probleme schon alleine lösen", sagt er bei n-tv. Doch den Grünen scheint er eine gemeinsame Regierung mit einem Bundeskanzler Merz zu gönnen.

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil hält nichts von der Idee, die SPD solle auf Friedrich Merz als CDU-Chef hoffen, weil sie sich von einer konservativeren Union wieder besser abgrenzen könnte. "Ach was, die SPD muss ihre Probleme schon alleine lösen, da werden uns die anderen nicht helfen", sagte Weil in der n-tv Sendung "Klamroths Konter".

Die Ankündigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, sich von der CDU-Spitze zurückzuziehen, sieht er mit einem "gemischten Gefühl". Dies habe dazu geführt, "dass die ohnehin jetzt noch nicht so richtig in den Tritt gekommene Bundesregierung zusätzlich destabilisiert worden ist", so Weil. "Jetzt ist ja alles noch mal ein bisschen ungewisser."

Auf die Frage von Moderator Louis Klamroth, warum die SPD die Große Koalition nicht verlasse und sich dann erneuere, sagte Weil: "Wenn wir derzeit in Neuwahlen reinstolpern, dann ist das nicht gut für die Demokratie im Land. Ganz abgesehen davon, dass eine Partei nicht aus einer Regierung austreten kann, weil sie gerade nicht gut drauf ist." Aber wird er an dieser Aussage festhalten, wenn die SPD demnächst auf zehn Prozent fällt? "Nein, aber ich halte vor allem daran fest, wenn es 20 und mehr Prozent werden." Dazu Klamroth: "Guter Scherz". Antwort Weil: "Manchmal werden Scherze Realität, warten Sie's ab."

Über die Grünen sagte Weil, das schlechte Erscheinungsbild der Bundesregierung habe es ihnen denkbar einfach gemacht. "Ich bin gespannt, ob die Jamaika-Begeisterung der Grünen anhält, wenn zum Beispiel Friedrich Merz CDU-Vorsitzender wird."

"Klamroths Konter" läuft um 17.30 Uhr bei n-tv und wird um 23.30 Uhr wiederholt.

Quelle: n-tv.de, hvo

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