Politik

Flüchtlingskrise nicht zu bewältigen Mazedonien erklärt den Ausnahmezustand

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Hier kommen täglich Tausende Menschen an, um einen Zug in Richtung Norden oder Westen zu ergattern.

(Foto: dpa)

Die große Zahl von Flüchtlingen, die von Griechenland nach Mazedonien einreisen, stellen das Land vor große Probleme. Die Regierung in Skopje lässt nun das Militär die Grenze kontrollieren - und verhängt dazu den Ausnahmezustand.

In Mazedonien gilt angesichts der Flüchtlingskrise ab sofort der Ausnahmezustand. Die Regierung in Skopje teilte mit, der "verstärkte Druck" auf die südliche Landesgrenze sowie eine "verstärkte Zuwanderung von Flüchtlingen aus Griechenland" machten dies erforderlich. Um die Krise zu bewältigen, müsse die Grenzregion ab sofort durch den Einsatz des Militärs besser kontrolliert werden.

Die mazedonische Polizei blockierte anschließend die Grenze zu Griechenland auf der sogenannten Balkanroute und schnitt damit Tausenden Flüchtlingen den Weg in Richtung Norden und Westen ab. Konkret betroffen ist die Hauptverkehrsader zwischen Skopje und der griechischen Hauptstadt Athen. Nur sporadisch sei kleinen Gruppen die Einreise gestattet worden, hieß es.

Ziel der Behörden ist es, den Druck auf die grenznahe Stadt Gevgelije zu mindern. Von dort versuchen jeden Tag Tausende Flüchtlinge einen der drei Züge in Richtung Serbien zu nehmen, von wo sie meist weiter in Richtung Norden reisen wollen. Die ohnehin wenigen mazedonischen Polizisten hätten jeden Versuch aufgegeben, die anstürmenden Massen zu kontrollieren oder wenigstens in geordnete Bahnen zu lenken, berichteten Augenzeugen.

Chaotische Zustände am Grenzbahnhof

Mazedonischen Medien und die Politik hatten das Flüchtlingschaos im eigenen Land bislang weitgehend ausgeblendet. Spärliche Hilfen boten außer dem Roten Kreuz vor allem private Hilfsorganisationen wie "Legis" an, die in Gevgelije sowie auf dem Grenzbahnhof Tabanovce bei der Ausreise nach Serbien Lunchpakete verteilten.

In Mazedonien und Serbien muss sich eigentlich jeder Flüchtling registrieren lassen. Doch die meisten warten auf ihrem Weg nach Westeuropa und vor allem nach Deutschland nicht darauf und reisen ohne Papiere weiter.

Im griechisch-mazedonischen Grenzgebiet kommen täglich 2000 Migranten an, doppelt so viele wie noch vor einer Woche, wie private Hilfsorganisationen berichten. Mazedoniens Behörden kapitulierten praktisch vor dem Andrang. Helfer führen ihn auf Pläne Ungarns zurück, seine EU-Außengrenze bis Ende August mit einem Stacheldrahtzaun abzuriegeln.

Quelle: ntv.de, ppo/AFP/dpa