Politik

Ex-Ministerpräsident will ins EU-Parlament McAllister ist wieder da

42622426.jpg

Charismatisch, schottisch, McAllister

(Foto: picture alliance / dpa)

Für viele ist er die große Nachwuchshoffnung der CDU. Doch seit seiner Niederlage bei der niedersächsischen Landtagswahl ist David McAllister aus dem Rampenlicht verschwunden. Nun kehrt er zurück.

Er war Ministerpräsident in Niedersachsen und gilt als große Hoffnung der CDU. Doch seit Januar ist es ruhig geworden um David McAllister. Denkbar knapp verlor er bei der Landtagswahl seinen Posten an den SPD-Mann Stephan Weil. Mehrfach wurde "Mac" seitdem als möglicher Bundesminister, zum Beispiel als Nachfolger von Annette Schavan, gehandelt. Doch er blieb einfacher Abgeordneter im niedersächsischen Landtag.

Jetzt sucht McAllister eine neue Herausforderung. Für die niedersächsische CDU tritt er im kommenden Jahr als Spitzenkandidat bei der Europawahl an. Mit 95,7 Prozent wählten die Delegierten den 42-Jährigen auf der Landesvertreterversammlung in Hannover.  "Das ist eine neue Herausforderung, die ich gern mit Augenmaß und ebenso mit Leidenschaft annehmen werde", sagte McAllister.

Ob er auch bundesweiter CDU-Spitzenkandidat wird, ist noch unklar. Wiederkehrende Gerüchte bestätigt der Politiker nicht. "Die CDU wird die Frage eines möglichen Spitzenkandidaten zur Europawahl in den dafür zuständigen Gremien im nächsten Jahr entscheiden", so McAllister. Ungeachtet seiner Spitzenposition auf der Landesliste könnte McAllister künftig aber tatsächlich auch für die Bundes-CDU im Europawahlkampf an der Spitze stehen.

Gegen Vergemeinschaftung der Schulden

Denn obwohl die CDU im Gegensatz zu anderen Parteien nicht mit einer Liste bei der Wahl antritt, gibt es in Berlin Überlegungen, einen der Spitzenkandidaten der Landeslisten zum Gesicht des Wahlkampfes zu machen. Die endgültige Entscheidung soll im Frühjahr fallen. McAllisters Chancen stehen dabei nicht schlecht - immerhin ist er Mitglied der Arbeitsgruppe, die bis Mitte Februar das Wahlprogramm der CDU formulieren soll. Die Europawahl findet am 25. Mai 2014 statt.

Auf EU-Ebene will McAllister die "erfolgreiche Europapolitik" von Kanzlerin Angela Merkel unterstützen. Der künftige Europapolitiker sprach sich gegen eine Vergemeinschaftung der Schulden aus, weil dies die Stabilität des Euro gefährde. "Die von der SPD geforderte Einführung von Eurobonds oder eines Altschuldentilgungsfonds haben CDU und CSU erfolgreich in den Berliner Koalitionsverhandlungen verhindert. Das war richtig so", betonte McAllister. Entscheidend sei in den nächsten Jahren, die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu verbessern.

McAllisters Plan, künftig Europapolitik zu machen, ist nicht neu. Ende Mai hatten ihn bereits der CDU-Kreisvorstand und der geschäftsführende Bezirksvorstand in McAllisters Heimat Bad Bederkesa nominiert. "Als Ministerpräsident war ich auch für Europapolitik zuständig, diese Erfahrungen werden mir nun sicher helfen", glaubt er. Seither hat er sich auf die neue Herausforderung vorbereitet - etwa mit Französisch-Unterricht oder auf Reisen durch die EU.

Quelle: n-tv.de, cro/dpa

Mehr zum Thema