Politik

Kanzlerin stellt Bedingungen Merkel gegen Krümmel-Aus

Erfüllt Betreiber Vattenfall bestimmte Bedingungen, steht nach Meinung von Kanzlerin Merkel einer erneuten Wiederaufnahme des Betriebs vom AKW Krümmel nichts mehr im Wege. Vattenfall kündigte unterdessen an, den jüngsten Zwischenfall im AKW zu untersuchen.

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Stellt Vattenfall das verlorene Vertrauen wieder her, kann laut Meinung von Kanzlerin Merkel das AKW Krümmel auch wieder ans Netz.

(Foto: REUTERS)

Trotz der Panne im Atomkraftwerk Krümmel fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel keine grundsätzliche Schließung des Atommeilers. Während Umweltminister Sigmar Gabriel dem Betreiber Vattenfall sogar mit einer Schließung drohte, stellte Merkel Bedingungen für ein Wiederanfahren des umstrittenen Reaktors.

Merkel forderte von Vattenfall, die technischen Schwierigkeiten in Krümmel zu beheben und alle rechtlichen Anforderungen umzusetzen. "Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, dann kann auch der Meiler in Krümmel ans Netz gehen", sagte Vize-Regierungssprecher Thomas Steg in Berlin. Der Betreiber müsse zuverlässig sein und das Personal qualifiziert. "Für die Bundeskanzlerin steht außer Zweifel, dass die Sicherheit beim Betrieb von Kernkraftwerken an oberster Stelle steht." Vattenfall habe öffentliches Vertrauen verloren und sei gut beraten, alles zu tun, um dieses Vertrauen zurückzugewinnen, ließ Merkel mitteilen.

Vattenfall will Krümmel prüfen

Der Atomreaktor in Krümmel hatte sich nach einem Trafo-Kurzschluss am vergangenen Wochenende abgeschaltet. Der Hauptbetreiber, der schwedische Konzern Vattenfall, entdeckte auch einen Defekt an Brennstäben im Reaktor. "Der Reaktor wird an diesem Wochenende aufgemacht", sagte Vattenfall-Sprecherin Barbara Meyer-Bukow der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Die Analyse der Brennstäbe beginnt am Montagmorgen." Die Auswertung dauere etwa zwei bis drei Tage.

Das Kraftwerk soll laut Vattenfall im Frühjahr 2010 technisch wieder anfahrbereit sein. Zwei Trafos werden ausgetauscht. Der 26 Jahre alte Reaktor war vor mehr als zwei Wochen wieder ans Netz gegangen, nachdem er zwei Jahre lang wegen einer Panne durch einen baugleichen Trafo abgeklemmt war.

Deutsche Kernkraftwerke hatten nach Angaben des Bundesumweltministeriums von 1965 bis Ende 2008 rund 5800 gemeldete Vorfälle. In Krümmel waren es seit Betriebsstart 1984 rund 310 sogenannte meldepflichtige Ereignisse. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland protestierte mit einer "Atom-Ausstiegsuhr" in Wiesbaden gegen längere Laufzeiten alter Kernkraftwerke wie Biblis.

Quelle: ntv.de, dpa