Politik

"Traurige Facette" Merkel schwer enttäuscht

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Angela Merkel ist enttäuscht von Uli Hoeneß.

(Foto: AP)

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich nach Bekanntwerden der Steuer-Affäre von Uli Hoeneß enttäuscht über das Fußball-Idol gezeigt. "Viele Menschen in Deutschland sind jetzt enttäuscht von Uli Hoeneß, die Bundeskanzlerin zählt auch zu diesen Menschen", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Dieses Gefühl sei umso größer, da der FC-Bayern-Präsident auch für vieles Positive über den Fußball hinaus stehe und sich sehr für Integration einsetze. "Diese Verdienste bleiben natürlich, aber es ist jetzt durch die Tatsache der Selbstanzeige wegen Steuerbetruges eine andere, traurige Facette hinzugekommen."

Die Bundesregierung äußerte sich erneut frustriert über das Scheitern des Steuerabkommens mit der Schweiz, das SPD und Grüne mit ihrem Veto im Bundesrat gestoppt hatten. "Die Bundeskanzlerin bleibt davon überzeugt: Wir brauchen ein solches Steuerabkommen", betonte Seibert. "Alles spricht für diese systematische, lückenlose Lösung, und eines Tages wird ein solches Abkommen auch kommen."

Dem Staat entgehen nach Angaben des Finanzministeriums wegen des gescheiterten Abkommens Milliarden Euro. "Mit dem Abkommen hätten wir gewährleistet gehabt, dass alle Steuerpflichtigen ihren Anteil für die Vergangenheit und für die Zukunft leisten müssen", sagte der Sprecher des Finanzministeriums, Martin Kotthaus. Für die Vergangenheit geschehe dies nun nicht. "Jedes Jahr verjähren Hunderte Millionen an Steuerforderungen und sind weg." Künftig werde es wohl auch nicht wieder so schnell eine Regelung mit der Schweiz geben. "Also sind uns vermutlich durch die Blockade einige Milliarden entgangen." Er könne nicht erkennen, weshalb Einzelfälle die Logik des Steuerabkommens infragestellten. "Es wäre uns gelungen, nicht nur den Einzelfisch zu fangen, sondern den ganzen Schwarm im Netz zu haben", betonte Kotthaus.

Quelle: n-tv.de, rts

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