Politik

Blutbad in Fort Hood Militär-Psychiater läuft Amok

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Major Nidal Malik Hasan ist gläubiger Muslime.

(Foto: Reuters)

Er wollte unbedingt aus der Armee entlassen werden und sollte in den Irak geschickt werden. Drei Wochen vor dem Beginn seines Einsatzes richtet ein Militär-Psychiater ein Blutbad an: Dreizehn Menschen sterben, mehr als 30 werden verletzt. Amerika rätselt über die Hintergründe.

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Bei der Schießerei wurden 31 Menschen zum Teil schwer verletzt.

(Foto: Reuters)

Der mit einer Pistole und einer halbautomatischen Waffe ausgerüstete Major Nidal Malik Hasan hatte nach bisherigen Ermittlungen am Donnerstag um 13.30 Uhr Ortszeit (2030 MEZ) das Feuer in einem Gebäude des Stützpunkts eröffnet, in dem Soldaten vor Auslandseinsätzen noch einmal auf ihre Gesundheit überprüft und behandelt werden. In dem selben Gebäudekomplex werden auch Heimkehrer von Auslandseinsätzen erfasst. Viele der in Fort Hood stationierten Soldaten waren im Irak und in Afghanistan oder werden dorthin geschickt.

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(Foto: AP)

Maria Treviño, die in Fort Hood im ärztlichen Zentrum arbeitet, telefonierte gerade mit dem Lagezentrum des Stützpunktes, als die ersten Schüsse fielen. "Sie fingen an zu schreien: "Lasst ihn nicht rein, lasst ihn nicht rein, die schießen auf uns"", erzählte sie. "Ich betete, dass sie nicht verletzt werden. Es war schrecklich. Wir sind noch immer völlig verängstigt."

Ensetzen über Marschbefehl

Der unverheiratete Hasan war nach Medienberichten erst seit Juli in Fort Hood stationiert. Schon seit langem soll der muslimische Täter eine Entsendung in den Irak gefürchtet haben. Eine Tante des 39-Jährigen sagte der Zeitung, er sei seit den Anschlägen vom 11. September 2001 wegen seines Glaubens immer wieder schikaniert worden. Seit Jahren habe der Militär-Psychiater auch versucht, aus der Armee entlassen zu werden und sogar angeboten, der Armee die Kosten für seine medizinische Ausbildung zurückzuzahlen. Die "New York Times" berichtete, nach Angaben eines Cousins war der Schütze "entsetzt", dass er Ende des Monats in den Irak geschickt werden sollte.

Nach Informationen der "New York Times" untersucht die Bundespolizei FBI Blogeinträge im Internet, die möglicherweise von dem Täter stammen. Darin debattiert ein Mann, der sich Nidal Hasan nennt, über Selbstmordanschläge und findet dafür positive Argumente. So vergleicht er in einem Eintrag das Heldentum eines Soldaten, der sich auf eine Granate wirft, um seine Kameraden zu schützen mit einem Selbstmordattentäter, der sich für seine muslimischen Glaubensbrüder opfere.

Obama ruft zum Gebet auf

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Obama ist entsetzt darüber, dass US-Soldaten auch im eigenen Land gefährdet sind.

(Foto: REUTERS)

US-Präsident Barack Obama sprach von einem "entsetzlichen Ausbruch der Gewalt" und rief zum Gebet für die Opfer und Angehörigen auf. Er stehe in Kontakt zum Pentagon, zur Bundespolizei FBI und dem Heimatschutzministerium, um die Sicherheit der US-Truppen in ihrem eigenen Land zu gewährleisten, sagte Obama. "Es ist schwierig genug, wenn wir diese mutigen Amerikaner in Kämpfen in Übersee verlieren. Es ist schrecklich, dass sie hier auf einer Basis in den Vereinigten Staaten unter Beschuss kommen."

Pentagonchef Robert Gates sagte: "Es gibt wenig, das wir zu diesem Zeitpunkt sagen können, um den Schmerz zu lindern oder die vielen Fragen zu beantworten, die der Vorfall aufwirft. Aber ich kann versprechen, dass das Verteidigungsministerium alles in seiner Kraft Stehende tun wird, um der Fort-Hood-Gemeinde durch diese schwierigen Zeiten zu helfen."

 

Über das Leben des Täters wurde nur langsam mehr bekannt. Nach unterschiedlichen Medienberichten wurde er in Jordanien beziehungsweise Ost-Jerusalem geboren. Die "Washington Post" berichtete dagegen, er sei in Arlington bei Washington geboren und habe eine medizinische Ausbildung mit Hilfe der Armee erhalten. Die meiste Zeit seiner beruflichen Laufbahn als Militär-Psychiater habe er in dem angesehenen Walter-Reed-Armee-Hospital verbracht, wo er Heimkehrer behandelte, die unter post-traumatischen Schock litten.

 

Ein langjähriger Kollege sagte der Zeitung, er habe als Einzelgänger mit "ungewöhnlichem" Auftreten gegolten. Viele Kollegen hätten deshalb vermieden, ihm Patienten zu schicken.

Quelle: ntv.de, dpa