Politik

Kleinkrieg um den letzten Cent Mini-Spenden sollen die AfD ruinieren

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AfD-Chefin Frauke Petry muss sich um die Parteifinanzierung Sorgen machen.

(Foto: imago/Jens Jeske)

Finanzhilfe für die angeschlagene AfD kommt jetzt von unerwarteter Seite: Mit dem Appell "Helfen Sie der AfD!" bitten die Satire-Partei "Die Partei" und die linke Antifa um Spenden für die Rechtspopulisten - allerdings mit einem Hintergedanken.

Es klingt erst einmal nach einem Scherz: Ausgerechnet die Gegner der Alternative für Deutschland (AfD), die Links-Aktivisten der Antifa-Bewegung und "Die Partei"-Mitglieder rufen zu Spenden für die Rechtspopulisten auf. Grund zur Freude gibt's für AfD-Chefin Frauke Perty trotzdem nicht. Denn der Aufruf soll vor allem helfen, die Partei in die Pleite zu spenden - und das mit Kleinstbeträgen im unteren Cent-Bereich, die von den Überweisungsgebühren der Online-Bezahldienste wieder aufgefressen werden.

Ein Beispiel: Auf eine Spende in Höhe von einem Cent entfallen 55 Cent Gebühren für Paypal, die im Normalfall der Empfänger, also die AfD, übernehmen muss. "Spenden Sie also einen Cent und die AfD macht ein Minus von 54 Cent pro Transaktion", heißt es auf der Website von "Die Partei". "Bitte wiederholen Sie den Vorgang so oft wie möglich." Der Aufruf hatte offenbar Erfolg - tatsächlich gab es einige AfD-Kritiker, die Cent-Beträge spendeten. Allerdings ging ihre Rechnung nach Angaben der Rechtspopulisten nicht auf.

Via Facebook schickte die Partei allen Cent-Spendern einen Dankesgruß. Man habe mit "PayPal und Sofort ausgezeichnete Sonderkonditionen", nach denen die Transaktionsgebühr nicht höher sein dürfe als der gespendete Betrag. Mittlerweile hätten sich die Kleinstspenden auf einen Betrag von 167,23 Euro summiert. "Endlich setzt ihr euch für unsere gute Sache ein", hieß es vonseiten der Partei. "Wir finden das einfach klasse!"

AfD droht mit rechtlichen Schritten

Zweifel an dieser Gelassenheit scheinen angebracht. Denn wie "Spiegel Online" berichtet, soll zumindest Sofort seinen Vertrag mit der Partei mittlerweile gekündigt haben. Auch die offene Drohung der Partei, die Konto- und Adressdaten der Kleinstspender "zu einer juristischen Prüfung einer möglichen strafrechtlichen Relevanz an die zuständigen Ermittlungsbehörden" weiterzuleiten, wirkt nicht gerade souverän. Zuletzt führte die AfD sogar einen Mindestbetrag für Online-Überweisungen über Pay Pal und Sofort ein.

Nichtsdestotrotz machte die Antifa bereits eine Rolle rückwärts. "Wir können nicht garantieren, dass durch solche 'Spenden' tatsächlich ein Schaden entsteht", hieß es vonseiten der linken Aktivisten. Man wolle auch keineswegs "zu irgendetwas aufrufen". Tatsächlich sieht es danach aus, als hätten sich die AfD-Gegner mit der Aktion einen Bärendienst erwiesen. Denn die Unterstützer der Rechtspopulisten haben längst zum Gegenangriff geblasen - und spenden, was die Geldbörse hergibt. Über 420.000 Euro sind seit dem 7. Dezember nach AfD-Angaben im Spendentopf gelandet.

In einem Bettelbrief hatte die AfD am Montag um Spenden von den Mitgliedern gebeten, da SPD und CDU die Partei mit einer Änderung im Parteienfinanzierungsgesetz "in den Ruin treiben" wolle. Bisher finanziert sich die Partei über den Handel mit Gold, macht dabei aber keinen Gewinn. Die Regierungsparteien wollen erreichen, dass staatliche Zuschüsse künftig nur noch in Abhängigkeit zum Gewinn und nicht mehr zum Umsatz gezahlt werden. In diesem Fall würden der AfD rund zwei Millionen Euro fehlen.

Quelle: ntv.de, jug